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  12.10.2005  12:25   +Feedback

Mao lesen

Die Mao-Biographie von Jung Chang und Jon Halliday wurde bereits überall rauf und runter besprochen und dabei meistens gelobt – zu recht, wie ich finde. Dennoch möchte ich sie hier im Tagebuch nochmals ausdrücklich empfehlen. Eigentlich mag ich keine Biographien von Massenmördern, weil sich in mir etwas sträubt, meine Zeit mit der Lebensbeschreibung solcher Gestalten zu vergeuden. Doch Jung und Halliday halten sich nicht lange dabei auf, ob Klein-Mao vielleicht im Sandkasten verhauen wurde oder Jung-Mao schlechten Umgang hatte. Ihr Buch beschreibt die Taten und weniger das Seelenleben des Täters. Dennoch kommt das Autorenpaar auch zu einer psychologischen Diagnose: Mao war nicht mal Kommunist, sondern nutzte die kommunistische Bewegung lediglich, um sein unersättliches persönliches Machtstreben zu befriedigen.

Jung Chang, Jon Halliday
Mao. Das Leben eines Mannes, das Schicksal eines Volkes.
Karl Blessing Verlag, München
976 Seiten
34 Euro

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