Archiv



  01.-1.2005  21:01   +Feedback

Nachlese zum Eintrag "Das war’s dann wohl…"

Gestern habe ich einen Tagebucheintrag reingesetzt, in dem ich berichte, wie mir das einst geschätzte libertäre Magazin „eigentümlich frei“ zunehmend fremd und immer weniger geheuer wurde. Anlass war ein Interview von Herrn Arne Hoffmann, der zum Autorenstamm von „eigentümlich frei“ zählt.
Hier nachzulesen:
http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=1348&ref=0

Der Eintrag hat ein heftiges Echo ausgelöst, aus dem ich hier ein bisschen zitieren möchte. Dass die Zustimmung bei weitem überwiegt, ist übrigens keine Manipulation meinerseits, sondern entspricht dem realen Verhältnis der E-mails:

„Arne Hoffmann fand ich bislang wegen seiner ‚maskulistischen’ Äußerungen durchaus interessant … Als ich die Ankündigung zu seinem Buch ‚Warum Hohmann geht und Friedman bleibt’ las, beschlich schon ein ungutes Gefühl … Beim Interview im Muslim Markt ist mir allerdings der Kragen geplatzt."
A. L.

„…Dies deckt sich nicht mit meiner eigenen Erfahrung, und ich kenne mittlerweile recht viele ef-Autoren. Und aus persönlichen Gesprächen mit André Lichtschlag weiß ich sicher, dass auch er keineswegs Verständnis für palästinensischen Terror hat oder gar ein Gegner Israels ist. Und ich weiß, dass auch André nicht die Einschätzung von Arne Hoffmann teilt, dass Israel einen ‘Völkermord‘ vorbereitet …“
D. S.

„Na endlich sagt's mal einer. Die eigenartigen Querverbindungen zur ‚Jungen Freiheit’ fand ich auch schon Immer etwas seltsam. Dennoch gab es ja doch immer wieder mal sehr lesenswerte Artikel und Interviews.“
R. F.

„Da bin ich aber stolz, daß ich auf die nie reingefallen bin, von Anfang an nicht … Ich schreibe Ihnen das, weil ich es merkwürdig finde, wie meine linke Herkunft bis heute zu unausgewogenen Einschätzungen führt. Wäre ich doch nur bei linken Äußerungen so klar wie bei rechten.“
G. E.

"Ich habe auch das Gefuehl, dass Teile der libertaeren Szene immer mehr nach rechts abdriften. Der Hoehepunkt war, als mich einer dieser Libertaeren allen Ernstes fragte, warum ein Liberaler nicht den Holokaust leugnen koennen soll. Da war dann wirklich die Schmerzgrenze ueberschritten."
O. H.

„Als ehemaliger eifrei-Leser kann ich Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Es ist schade, dass das zarte Pflänzchen des Libertarianismus immer mehr im braunen, national-konservativen Sumpf erstickt. Dieses Land scheint nicht den richtigen Boden für freiheitliche Ideen zu haben.“
A. M.

Und der Herausgeber von „eigentümlich frei“, André Lichtschlag, schrieb mir:

„ …irgend etwas scheint mir da total verwechselt worden zu sein.
Erstens habe ich z.B. erst jüngst einen Beitrag Arne Hoffmanns abgelehnt, weil ich zum Thema Israel schon fast ein wenig antideutsch denke (übrigens in unserem Nahost-Heft auch durchaus nachlesbar). Zweitens wird kein Mensch seit mehr als einem Jahr in ef mehr was zu konservativ-libertären Aktionen gelesen haben … Schon daher glaube ich, dass ich hier nicht ganz treffend abgestraft werde. Viertens ist mir allerdings völlig wurscht, wo ef-Autoren Intervies geben. Da bin ich durchaus tolerant und liberal …
… Kopie aus meinem Mail an Arne Hoffmann, welches ich ihm vor ein paar Tagen, am 16.11. schickte: ‚Das Problem ist, dass ich viele Aussagen einfach auch nicht für richtig halte. Sharon-Gegner kommen doch außerhalb von FAZ und Welt (und einiger Exoten wie Weltwoche, Konkret, etc.) ständig zu Wort, von der Jungen Welt und taz bis zur Jungen Freiheit. Und teilweise auch mal im Spiegel, oder der SZ … Vielen anderen erscheinen Leute wie Broder eher als Exoten und eben nicht als Mainstream. Die taz ist doch wohl nicht Israel-freundlich. Und die Antideutschen sind dort garantiert in der Mini-Minderheit …‘

Wie gesagt, ich fühle mich jetzt irgendwie total verarscht!“

Permanenter Link


Zurück zur Blog-Ansicht (ältere Beiträge)

Zum aktuellen Blog von Die Achse des Guten