Michael Miersch 15.12.2005 12:31 +Feedback
Überraschung im Tsunami-Waisenhaus
VoKo Doro Müller schreibt:
Auf WDR2 gibt es morgens derzeit unter dem Titel "Tsunami - ein Jahr danach"Reportagen zu Einzelprojekten. Heute morgen war Banda Aceh dran, und es gab ein Interview mit jemand, der Geld zum Auf-/ Ausbau des dortigen Waisenhauses in NRW gesammelt hat. Überraschend: Nach Überprüfung haben 55 der dort derzeit 60 untergebrachten "Waisen"kinder noch ein oder beide Elternteile. Die Eltern eines 16jährigen z.B. wohnen 100 km entfernt und besuchen den Sohn im Waisenhaus alle sechs Monate.
Der Grund ist, dass die Eltern der Kinder durch den Tsunami finanziell so verarmt sind, dass sie die Kinder nicht mehr weiter zuhause ernähren können. Die berechtigte Frage der WDR2-Reporterin lautete dann auch, warum es dann nicht besser sei, die Spendengelder direkt in diese Familien zu pumpen, damit die Kinder wieder bei den Eltern in der Familie leben könnten, und nicht Kinderheime damit aufzubauen? Dies wurde von den deutsche Helfern dort bejaht, sicher sei das besser, allerdings nicht realisierbar.
Grund: Die muslimischen Gemeinden würden dem nicht zustimmen, da diese Kinder in den Heimen ja alle zusammen guten Koranunterricht bekommen und auch Arabisch lernen würden, was nicht durchführbar sei, wenn sie bei den Eltern lebten! Daher werde eben das Waisenhausprojekt weiter unterstützt, u.a. von einer Initiative aus Lippstadt.
Mit Hilfe deutscher Spender wird also dafür gesorgt, dass Kinder in Heimen statt bei den Eltern leben, damit sie "guten Koranunterricht" bekommen. Das Leben überholt die Satire von rechts. Ob das so im Sinne des Erfinders ist?
