Henryk M. Broder 28.12.2005 09:12 +Feedback
Frau Osthoff zu Gast bei den Armen
Was hat sie gesagt? Was hat sie nicht gesagt? Was wollte sie sagen? Was hätte sie sagen sollen? Deutschland rätselt über das Interview, das Susanne Osthoff dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera gegeben hat. Wie schon im Falle der "Israel-muß-weg!"-Rede des iranischen Staatspräsidenten gibt es wieder "Schwierigkeiten mit der Übersetzung", obwohl das Int mit Frau Osthoff auf Englisch geführt wurde. Doch für die Experten im AA ist auch Englisch eine Geheimsprache. Dabei hat sich die "Archäologin", die ein deutsches Kulturzentrum in Arbil aufbauen wollte, was ganz sicher eines der dringendsten Projekte beim irakischen Wiederaufbau ist, ganz eindeutig geäußert. Sie wurde entführt, weil ihre Entführer ("poor people") nicht die Mittel hatten, in die schwer bewachte "green zone" in Bagdad einzudringen, um Amis zu entführen. Sie war sozusagen zweite Wahl.
Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Verdacht auftaucht, Frau Osthoff habe mit ihren Entführern kooperiert, um diesen armen Menschen zu einem kleinen Zusatzeinkommen zu verhelfen. Wir überlassen solche Mußmaßungen derzeit noch den praktizierenden Verschwörungstheoretikern und konzentrieren uns darauf, was Frau Osthoff wirklich gesagt hat.
Hier der Link zu Al Jazeera:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/D8D8FCB6-524C-48D3-B851-6F01C7FAECAC.htm
Dank an B.D. für den Hinweis.
