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  02.01.2006  13:11   +Feedback

Alltag in Guantanamo

Leider ist die Süddeutsche Zeitung nicht komplett online abrufbar. "Leider" bezieht sich in diesem Fall auf den Gastkommentar des amerikanischen Juristen Ronald D. Rorunda, den der Evangelische Pressedienst epd wie folgt zusammenfasst:

"Ein US-amerikanischer Rechtswissenschaftler hat die
Kritik an den Haftbedingungen im US-Gefangenenlager Guantanamo auf
Kuba als überzogen dargestellt. Anders als oft in den Medien
berichtet, seien die Gefangenen keineswegs in Einzelzellen isoliert,
schreibt Ronald D. Rotunda, Professor an der «George Mason School of
Law» in Arlington/Virginia, in einem Gastbeitrag für die «Süddeutsche
Zeitung» (Montagsausgabe). Die meisten Zellen seien nur durch
Maschendrahtzäune getrennt, die Gefangenen könnten sich unterhalten
und Brettspiele miteinander spielen.
Rotunda, der derzeit am «Law and Economics Programme» der Universität
Hamburg lehrt, schreibt, er habe Guantanamo mehrmals besucht und
uneingeschränkten Zugang zu allen Haft- und Verhörräumen, dem
Volleyball-Platz und Speisesälen gehabt. In jeder Zelle informiere
ein Pfeil die Gefangenen über die Lage von Mekka - in diese Richtung
sprechen Muslime ihre Gebete. Islamische Mullahs hielten
Gottesdienste in der Sprache der Häftlinge ab, jeder Gefangene
erhalte einen Koran. Es komme aber vor, dass Gefangene Seiten aus dem
Koran herausrissen und sich geheime Botschaften zusendeten.
Obwohl das Leitungswasser in Guantanamo trinkbar sei, erhielten die
Gefangenen Wasser aus Flaschen. Sie würden außerdem mit frischen
Datteln und anderen Früchten aus dem Mittleren Osten versorgt, so
dass sie Feiern wie den Ramadan entsprechend ihren religiösen
Gebräuchen begehen könnten. Die Gefangenen erhielten die gleiche
medizinische Versorgung wie die Soldaten, einige Häftlinge hätten in
Guantanamo zum ersten Mal Brillen bekommen. ..."

Dieser böse, böse Mann!

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