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  02.00.2006  20:00   +Feedback

Einer von uns - Ludwig Watzal kehrt um und tut Buße

Und Jesus sprach: "So wird mehr Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen." Auch in der jüdischen Überlieferung wird der "hoser b’teschuwa", der "Rückkehrer zur Antwort", sehr geachtet. Hat er sich besonnen und Buße getan, darf man ihn an seine früheren Sünden nicht erinnern. Sie sind vergeben und vergessen.

Deswegen sollten wir uns im ökumenischen Geiste einfach darüber freuen, daß unser Bruder Ludwig Watzal öffentlich seine Sünden bekennt und um Vergebung bittet. Wenn er einer von uns werden will, werden wir ihm alle Hindernisse aus dem Weg räumen und ihn willkommen heißen. Wir dokumentieren seine Kehrtwende nicht um ihn zu beschämen, sondern um anderen, die noch nicht so weit sind, ein Beispiel zu geben, dem sie folgen können. Der Reihe nach:

Am 3.6.2oo5 veröffentlichte Ludwig Watzal im FREITAG eine Rezension des Buches "Blumen aus Galiläa" von Israel Shamir. Watzal war von Shamir dermaßen hin und weg, daß er alle PR-Märchen wiederholte, die Shamir über sich selbst verbreitet: "Er übersetzte den Talmud, James Joyce, Homer und andere Klassiker ins Russische. Er arbeitet für das israelische Radio, und schreibt für einige Zeitungen in Israel, Russland und Japan." Shamir sei, wie Mordechai Vanunu, zum Christentum konvertiert, "dies wird ihm seitens des Judentums niemals verziehen", denn das Judentum als solches ist bekanntlich nicht nur rachsüchtig, sondern kann einen solchen Aderlaß nicht verkraften.

Watzal lobt Shamir, weil dieser sich für die "Befreiung Palästinas" von der israelischen Okkupation ausspricht und beklagt, wie Shamir, die Weigerung "jüdisch-orthodoxer Totengräber" die Opfer einer "Explosion" in Tel Aviv "auf einem jüdischen Friedhof zu begraben".
Dabei läßt er unerwähnt, daß die wertneutrale "Explosion" ein Terroranschlag war, bei dem über 2o Teenager getötet wurden. Dafür läßt er sich über "die brutale Gewalt der Siedler" aus, die sich "ein Palästina ohne Palästinenser" wünschen und "Chinesen für die Feldarbeit ins Land holen" wollen "und Russen, die die Chinesen überwachen sollen".

Wie es so seine Art ist, vermengte Watzal Zitate von Shamir mit eigenen Bewertungen, um sich im Notfall hinter Shamir verstecken und sagen zu können, er habe ja nur zitiert. Israel lasse, schreibt Watzal und setzt einen Satz von Shamir in Anführungszeichen, seine "feindselige Haltung gegenüber dem Christentum wieder aufleben", ohne über das Wörtchen "wieder" zu stutzen. Offenbar waren es schon immer die Juden, die sich ihre freie Zeit am liebsten mit Pogromen gegen Christen vertrieben. Und Israel nimmt diese schöne Tradition wieder auf.
Watzals Rezension endet mit dem Satz: "Das Buch ist eine freimütige Darstellung Israels und seiner Politik, die viele so nicht sehen und wahrhaben wollen." Und dieser Satz ist 1oo%ig Watzal.

Man muß schon mehrmals am Tag mit hochprozentigem Arak gurgeln, um nicht zu merken, daß Shamir ein Irrer, ein Scharlatan, ein Obskurant und ein "Impersonator" ist, der in die Rolle des "kritischen Israeli" geschlüpft ist, um sich ein Plätzchen an der Sonne zu ergaunern. Watzal hats nicht gemerkt, im Gegenteil, er hat Shamir hochgejubelt und Shamirs gesammelten Nonsens mit einem dicken Zuckerguß überzogen.

http://www.freitag.de/2005/22/05221501.php

Ein halbes Jahr später rudert Watzal zurück. Im FREITAG vom 1o.2.
räsoniert er über das "Rätselraten um die Identität des Israel-Kritikers und Sachbuchautors Israel Shamir", nennt ihn plötzlich einen "Nobody" und entdeckt in dessen Werk "immer wieder Formulierungen, die bedenklich stimmen". Sie seien "völlig inakzeptabel und offenbaren judeophobes, verschwörungstheoretisches und antisemitisches Denken". Und all das hätte dem Nahost-Experten Watzal, der jedes Jahr Dutzende von Artikeln zu seinem Liebslingsthema schreibt, nicht schon ein halbes Jahr eher auffallen können? Nein, denn: "Als Rezensent dieses Buches (Freitag 22/2005) war ich überrascht, dass es auch israelische Antisemiten gibt, hatte aber als Deutscher Skrupel, einem Israeli Antisemitismus vorzuwerfen."
Es war also sein deutsches Gewissen, das ihn daran hinderte, Shamir das zu nennen, was er ist, und das ihn dazu zwang, ein "judeophobes, verschwörungstheoretisches und antisemitisches" Werk positiv zu besprechen, vermutlich als Akt der Wiedergutmachung an den Juden.

Und so macht sich Watzal daran, Shamir zu enttarnen. Die Demontage endet mit den Worten: "Mit diesen anti-jüdischen Obsessionen zeigt Shamir nicht nur seine judeophobe Haltung, sondern fügt auch der progressiven israelischen und palästinensischen Gemeinschaft und ihrem Anliegen großen Schaden zu. Sie jedenfalls haben ihre Zusammenarbeit mit ihm beendet. Wer dies immer noch nicht begriffen hat, sind viele Palästinenser und einige jüdische Intellektuelle."

http://www.freitag.de/2006/06/06061502.php

Man könnte vermuten, Watzal opfert Shamirs Kopf, um seinen eigenen Arsch zu retten, aber das wäre nicht fair. Denn es herrscht mehr Freude im Himmel über einen reuigen Sünder als über 99 Gerechte und auch auf Erden ist der "Rückkehrer" eine ehrenwerte Gestalt. Vorausgesetzt, er meint es ernst. Deshalb sollte Watzal auch den übrigen Stuß widerrufen, den er letztens geschrieben hat. Sobald er das getan hat, werden wir ihn an unsere Brust drücken, den Allmächtigen preisen und rufen: "Willkommen Bruder Ludwig, jetzt bist du einer von uns!"

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