Henryk M. Broder 20.02.2006 09:00 +Feedback
Bedeutende Versteher des Islam (2): Volker Beck meets Peter Scholl-Latour
von Walter Schmidt
Unter dem Thema "Glaubenskrieg und Terrorismus - sitzen wir auf einem
Pulverfaß?" trafen sich am gestrigen Abend in der ARD-Talkrunde von
Sabine Christiansen Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer der
GRÜNEN und Peter Scholl-Latour, der größte Islam-Experte hierzulande.
Dabei ergab sich folgender "Dialog von Taubstummen":
PSL: "Wir sind die unmittelbaren Nachbarn der islamischen Welt, und
jeder Fehler, der von Amerika gemacht wird, trifft uns... Das sind diese
neuen Bilder von Abu Ghraib... Insofern steckt dahinter eine Methode...
In Syrien gibt´s keine Diskriminierung der Christen. Im Irak unter
Saddam Hussein hat´s auch keine gegeben, seltsamerweise. Im Gegenteil, der
hat die Christen sehr gefördert... Die Heuchelei liegt doch bei uns...
Wir haben doch die Freunde, die die Kruzifixe und die Bibel
verbieten..."
VB: "Wenn wir über Freiheit und Islam reden, müssen wir natürlich auch
darüber reden, daß wir seit Jahrzehnten Millionen von Muslimen in
unserem Land haben und daß sie nicht die gleichen Rechte wie die christliche
oder die jüdische Religionsgemeinschaft haben. Und da müssen wir
endlich vorankommen... Sie können doch nicht jemanden ausweisen in ein Land,
wo ihm dann Folter oder Todesstrafe droht... Sie können doch nicht
präventiv Leute wegsperren..."
PSL: "Ihr seid doch Schuld daran, daß es soweit gekommen ist, genauso
wie die Dänen und die Niederländer. Das waren doch die
Multi-Kulti-Träger. Das waren doch die großen Apologeten, und auf die fällt das jetzt zurück... Und bei den Grünen ist es doch genauso... Ihr habt doch den
Unsinn geschaffen, nicht wahr... Die Bundeswehr ist auch falsch
ausgerichtet... Deutschland wird ja angeblich am Hindukusch verteidigt, und wenn es hier wirklich knallt, ist sie nicht da..."
Fazit: Ein heilloses Gestammel, das die ganze Hilflosigkeit der
politischen Klasse und der Medien hierzulande angesichts der Bedrohung durch
den internationalen Terrorismus offenbarte!
Während Peter Scholl-Latour die Amerikaner für den Karikaturenstreit
und die Proteste in der islamischen Welt verantwortlich macht, den
ehemaligen irakischen Diktator Saddam Hussein als religiös äußerst toleranten
Machthaber feiert und den Krieg gegen die Taliban in Afghanistan
verurteilt und stattdessen den Einsatz der Bundeswehr hierzulande zur
Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit verlangt, klammert sich Volker Beck
an die liebgewonnene Illusion von der multikulturellen Gesellschaft, die
letztendlich sogar die Ausweisung von Haßpredigern verbietet, wenn
sie, wie etwa Metin Kaplan in die Türkei und damit in ein Land
ausgewiesen werden könnten, in denen ihnen Gefängnis und sogar Folter drohen.
Im Gegenzug propagiert er den islamischen Religionsunterricht als geeignetes Mittel zur Integration der Muslime.
Inzwischen zeigen die muslimischen Demonstranten von London, was sie
unter wahrer Integration in die westliche Gesellschaft verstehen, nämlich
die Freiheit, unter dem polizeilichen Schutz von zwei Bobbies ein
Transparent hochzuhalten, das zum Mord an den "Beleidigern des Islam"
aufruft, wer immer das sein mag.
Vielleicht sollte man Peter Scholl-Latour einen Abenteuerurlaub in
Guantanamo und Volker Beck eine Burka spendieren, damit sie die deutschen
Fernsehzuschauer in Zukunft mit ihrem hilflosen Gestammel in Ruhe
lassen.
