Henryk M. Broder 27.02.2006 19:44 +Feedback
Oskar auf Freiersfuessen
von Walter Schmidt
Nachdem die WASG in Berlin am vergangenen Wochenende beschlossen hat, ihre eheähnliche Gemeinschaft mit der PDS für die bevorstehenden
Abgeordnetenhauswahlen im Herbst aufzukündigen, befindet sich Oskar Lafontaine offenbar schon seit längerem auf Freiersfüßen und scheint auf der Suche nach einem neuen Partner nunmehr fündig geworden zu sein. So sprach er kürzlich von bestimmten "Schnittmengen zwischen dem Islam und der deutschen Linken".
"Was in den Mohammed-Karikaturen zum Ausdruck kommt," so Oskar
Lafontaine, "ist nicht Pressefreiheit, sondern Geschmacklosigkeit."
Der Mullah wird es ihm danken!
Weiterhin führte er aus:
"Es gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer
Religion: Der Islam setzt auf die Gemeinschaft, damit steht er im Widerspruch zum übersteigerten Individualismus, dessen Konzeption im Westen zu scheitern droht.
Der zweite Berührungspunkt ist, daß der gläubige Muslim verpflichtet
ist zu teilen. Die Linke will ebenso, daß der Stärkere dem Schwächeren
hilft.
Zum Dritten: Im Islam spielt das Zinsverbot noch eine Rolle, wie früher
im Christentum. In einer Zeit, in der ganze Volkswirtschaften in die
Krise stürzen, weil die Renditevorstellungen völlig absurd geworden sind,
gibt es Grund für einen von der Linken zu führenden Dialog mit der
islamisch geprägten Welt."
Sodann versucht Lafontaine uns die seines Erachtens weit verbreitete
Angst vieler Menschen vor dem Islam zu erklären, um den westlichen Medien sogleich die Schuld hierfür in die Schuhe zu schieben:
"Das ist kein Wunder. Wenn man den Islam täglich im Fernsehen nur im
Zusammenhang mit Selbstmordattentaten präsentiert bekommt, entwickeln
sich Ängste. Deswegen halte ich jeden einseitigen Umgang mit diesem Thema für verantwortungslos. Wir müssen immer fragen, mit welchen Augen die Muslime uns sehen," so Lafontaine.
Schließlich entpuppt sich unser Oskar als der absolute Islamoversteher
im Hinblick auf die Empörung der Anhänger dieser äußerst
menschenfreundlichen Religion gegenüber dem Westen:
"Die Menschen in den islamischen Ländern haben viele Demütigungen
erfahren - eine der letzten ist der Irak-Krieg. Es geht um den
Rohstoff-Imperialismus. Wir müssen lernen, daß die Rohstoffe der arabischen Welt nicht uns gehören. Wir können nur durch friedliche Handelsbeziehungen daran teilhaben. Die fehlerhafte Haltung der westlichen Industriestaaten haben Demonstranten auf den Punkt gebracht, die ein Schild mit sich trugen, auf dem zu lesen stand: 'Wie kommt nur unser Öl unter deren Sand?'", sagte Oskar Lafontaine in einem Gespräch mit dem Pressedienst der Linksfraktion im deutschen Bundestag.
Wenn da der liebe Gregor Gysi mal nicht eifersüchtig wird ...
