Henryk M. Broder 11.03.2006 16:25 +Feedback
Der gesunde Patriot und das Brandopfer auf dem Altar von Maastricht
1993 war die Bonner Republik noch nicht ganz beerdigt und die Berliner Republik lag noch in den ersten Wehen. Es war eine Zeit des Übergangs. In Rostock-Lichtenhagen gab es ein Pogrom gegen Menschen mit "Migrations-hintergrund", auch in anderen Städten wurden Ausländer gejagt, tobte sich der rechte Mob auf der Straße aus. Und ein Akademiker, der sich auf seine Multikulturalität viel zugute hält, veröffentlichte einen Aufsatz, in dem er vom "gesunden Patriotismus" der Deutschen und dem "Brandopfer auf dem Altar von Maastricht" schwadronierte. Wir fragen: Wer wars? Ein kleiner Hinweis: der Mann schreibt und schwadroniert noch immer.
Diesmal hilft kein googeln. Der Text steht nicht im Internet. Und deswegen gibt es als Preis für den Gewinner ein Buch von Leon de Winter mit einer Signatur des Autors, dazu ein kleines Paket Jodenkoeken von Albert Heijn.
»Die wohlsituierten Eurofunktionäre, die ihre Supranationalität wie eine Monstranz vor sich hertragen, sind nicht repräsentativ für den Mann/die Frau auf der Straße. […] Die politische Elite Deutschlands hat es nach der Wiedervereinigung versäumt, den fruchtbaren Boden für eine neue nationale Identität zu nutzen. Die Wiedervereinigung führte zu keinem Nationalrausch; es gab einen gesunden Patriotismus […] der aber nicht konserviert worden ist. Er hätte uns über die mageren Jahre hinweghelfen können. Statt dessen wird das einzige unbelastete nationale Symbol, die D-Mark (sie existierte schon vor der Gründung der Bundesrepublik), als Brandopfer auf dem Altar von Maastricht dargebracht. Hat unsere politische Elite kein Fingerspitzengefühl für Symbole in der Politik?«
