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  04.00.2006  09:01   +Feedback

In der Lobby, aus der Lobby

Eine mehr oder weniger wissenschaftliche Studie über den Einfluß der jüdischen Lobby auf die Außenpolitik der USA sorgt derzeit zu beiden Seiten des Atlantiks für Aufregung. Wie üblich geht es um die Frage, wie es denn sein kann, daß der Schwanz mit dem Hund wedelt. Die Juden reagieren empört, die antizionistischen Paranoiker jubeln. Hier kommen drei Texte, die man kennen sollte, um sich eine Meinung zu bilden. Zuerst die Arbeit von John Mearsheimer and Stephen Walt "The Israel lobby" aus der London Review of Books:

http://www.lrb.co.uk/v28/n06/mear01_.html

Dann eine Erwiderung von Christopher Hitchens: Overstating Jewish Power:

http://www.slate.com/id/2138741/

Und schließlich eine chirurgische Replik von Alan Dershowitz:

http://www.ksg.harvard.edu/research/working_papers/dershowitzreply.pdf

Was mich angeht, kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen. Wenn es eine jüdische Lobby gibt, die Einfluß auf die US-Politik nimmt, dann ist es gut. Wenn es keine gibt, dann sollte man Meldungen, daß es eine gibt, nicht dementieren.

Die Situation wird ausführlich in einem jüdischen Witz aus den 3oer Jahren behandelt. Da sitzen zwei Berliner Judern auf einer Parkbank ("Nur für Juden") und lesen Zeitung. Der eine die Jüdische Rundschau, der andere den Völkischen Beobachter. Der Jude, der die Jüdische Rundschau liest, sagt zu dem Juden, der den Völkischen beobachter liest: "Wie kannst Du nur dieses antisemtische Hetzblatt lesen? Lies doch lieber die Jüdische Rundschau." - "Warum sollte ich?", antwortet der Jude, der den Völkischen Beobachter liest, "in der Jüdischen Rundschau steht doch nur, wie schlecht es uns geht, wie wir unterdrückt werden, wie hilflos wir und wie gemein die Nazis zu uns sind. Und im Völkischen beobachter steht, wie mächtig wir sind und daß wir dem Dritten Reich den Krieg erklärt haben. Da lese ich lieber den Völkischen Beobachter."

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