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  04.00.2006  16:01   +Feedback

Terror und Gegen-Terror, Meggle und Gegen-Meggle

von Walter Schmidt, Leipzig

Der Antisemitismus als Lehrangebot an der Universität Leipzig ist seit
nunmehr einem Jahr fest etabliert und mit dem weltberühmten
Professor Seltsam und Vordenker der Irren von Teheran, Georg Meggle,
auch betens besetzt.

Nach seiner groß angelegten zweisemestrigen öffentlichen Ringvorlesung
"Deutschland-Israel-Palästina", die sich nicht nur an Studenten, sondern auch
an ein interessiertes Publikum Leipziger Gutmenschen richtete, betreibt
Meggle nunmehr - aus Mangel an Ressourcen - die Philosophie des
Antisemitismus im stillen Kämmerlein bzw. auf Sparflamme, indem er im
laufenden Sommersemester 2006 ein Hauptseminar zum Thema "Antisemitismus", diesmal nur für Studenten, anbietet.

In der Veranstaltungsankündigung heißt es u.a.:

"Jemanden als 'Antisemiten' zu bezeichnen, ist ... einer der schlimmsten moralischen Vorwürfe. Entsprechend moralisch schwerwiegend ist es,
wenn dieser Vorwurf fälschlicherweise erhoben bzw. gar zu
Diffamierungszwecken mißbraucht wird. Auch Worte können töten. Manchmal sollen sie es sogar."

Noch schlimmer als der Antisemitismus ist nur noch der Vorwurf desselben, vor allem wenn er "fälschlicherweise" erhoben wird. Anders als der Antisemitismus kann der "sogar" töten. So tritt Meggle zur Vorwärts-
verteidgung an, ohne auch nur einen seiner Gedanken auf die Frage zu verschwenden: Was ist, wenn der Vorwurf zutrifft?

Wie man in Leipzig hört, soll u.a. der Auschwitzüberlebende Hajo G. Meyer von Meggle in sein Hauptseminar eingeladen werden, um dort von den verheerenden Konsequenzen eines ungerechtfertigten
Antisemitismusvorwurfes Zeugnis abzulegen.

Vermutlich wird Meggles innige Männerfreundschaft den geneigten
Studenten erklären, daß die Juden als einstmals auserwähltes Volk
Gottes mittlerweile von Opfern zu Tätern mutiert sind, die im Nahostkonflikt
- getreu ihren nationalsozialistischen Lehrmeistern - mit den Palästinensern genau dasselbe machen, was sie einst unter den Nazis in Deutschland selbst erleiden mußten.

Im Anschluß an die Lehrveranstaltung wird Meggle dann wahrscheinlich
Meyer auf ein Bier in eine der zahlreichen hiesigen Kneipen einladen, wo
sie im kleinen Kreis weiter über eine mögliche Endlösung der Nahostfrage und das von Meyer vorhergesagte "Ende Israels" räsonieren werden.

Wem das noch nicht reichen sollte, der kann selbstverständlich noch
zusätzlich ein weiteres interessantes Proseminar Meggles belegen, das sich
mit dem Thema "Terror und Gegenterror" beschäftigen wird.

Zum gemütlichen Ausklang des Sommersemesters werden Meggle und Meyer
dann vermutlich am 21. Juni 2006 gemeinsam mit der NPD und der deutschen Friedensbewegung - in modische Palitücher gehüllt - vor dem Leipziger Zentralstadion Spalier bilden, wenn der große Friedensfreund Mahmoud Ahmadinedschad, begleitet von Wolfgang Schäuble, zum Spiel Iran
gegen Angola ins Leipziger Zentralstadion einschweben wird, um sich
dort als unbeugsamer Kämpfer gegen den amerikanischen Imperialismus und seine Kriegsdrohungen gegen den friedliebenden Iran feiern zu lassen.

In diesem Sinne: Schalom aus der Heldenstadt Leipzig und nicht vergessen:
"Leipzsch grüßt Däheran!".

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