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  07.00.2006  31:02   +Feedback

Daniel in der Nahostgrube

von Walter Schmidt, Leipzig

Mancher erinnert sich vermutlich noch mit Vergnügen an die Ausstrahlung
der mit Spannung erwarteten ersten Folge der MTV-Serie "Popetown", in
der ein jüdischer Stellvertreterpapst namens Jacky Cohen den im Vatikan
verlorengegangenen echten Papst dermaßen hervorragend doubelte, daß
dieser im Grunde kaum noch vermißt wurde.

Nun sieht es ganz danach aus, als wolle Daniel Barenboin als eine Art
neuer "Jacky Cohen" in die Geschichte eingehen, die Bemühungen um eine
dauerhafte Lösung der Nahostfrage mutig in die eigenen Hände nehmen und
diese nach dem Vorbild der Papstwahl in Rom organisieren.

In der ARD-Kultursendung "Titel, Thesen, Temperamente" unterbreitete
Barenboim, von dem wir ja schon einiges an innovativen Vorschlägen
gewohnt sind, allen Ernstes folgenden Vorschlag zur Güte aller Beteiligten im
Nahen Osten:

"Wir müssen alle in ein Zimmer, auf der Suche nach einer wirklichen
Lösung. Und der Ausgangspunkt muß sein: Alles ist möglich, nur eines nicht
- und das ist eine militärische Lösung."

Man stelle sich einen solchen Vorschlag einmal in der Praxis vor:

"Man schließe Ehud Olmert und Hassan Nasrallah gemeinsam auf der
Toilette ein. Plötzlich knallt es, Rauch steigt auf, und draußen skandiert
die Menge begeistert: 'Habemus final solution!'"

Nun sind natürlich alle gespannt, was passiert, wenn die Tür aufgeht:

Während Olmert vermutlich nur eine Abwehrrakete vom Typ "Patriot" dabei
hatte, die gegen Nasrallahs Kurzstreckenrakete vom Typ Katjuscha leider
machtlos ist, hatte Nasrallah wahrscheinlich sicherheitshalber
zusätzlich zu seiner doch etwas altmodischen Spielzeugrakete noch einen von
Ahmadinedschad höchstselbst gefertigten, modernen Sprengstoffgürtel
dabei, um so sein Lebenswerk als Märtyrer im Namen Allahs mit 72 Jungfrauen im Paradies zu krönen und den Kollegen Olmert sozusagen mit auf die große Reise zu nehmen, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, daß dieser sich am Ende damit trösten muß, daß er leider keine der 72 Jungfrauen mehr abbekommt, die Kinder Israels dafür jedoch
wenigstens künftig einmal im Jahr für ihn das "Kaddisch"-Gebet sagen
dürfen.

Nach den Aussagen Daniel Barenboims wird Israel nur dann wirklich
Frieden und Sicherheit finden, wenn es ein Teil der Völkerfamilie im Nahen
Osten, man könnte auch sagen, der islamischen "Ummah", sein wird. Im
Ergebnis des o.g. Procedere nach dem Vorbild der Papstwahl werden alle
Beteiligten am Auswahlverfahren sicher ihren ewigen Frieden gefunden
haben. Fragt sich nur, was nach einer solchen Endlösung der Nahostfrage
eigentlich aus unserem Stellvertreterpapst namens Daniel "Jacky Cohen"
Barenboim und all den ganzen selbsternannten Nahostexperten hierzulande
werden wird.

Schalom und Salam!

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