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  08.00.2006  12:01   +Feedback

Günter GraSS

Der schönste Satz in dem überhaupt sehr aufschlussreichen Interview, das Frank Schirrmacher und Hubert Spiegel von der "FAZ" mit dem deutschen Großschriftsteller geführt haben, findet sich ziemlich weit hinten im Gespräch. Günter GraSS plaudert dort von der amerikanischen Gefangenschaft, in der er sich "zum ersten Mal mit diesen Verbrechen" (gemeint ist: den Verbrechen der Deutschen) auseinandersetzen musste und gleichzeitig sah, dass die weißen amerikanischen Soldaten auf ihre schwarzen Kameraden heruntersahen und sie als "Nigger" beschimpften.
Jetzt also der Satz:
"ICH WILL NICHT SAGEN, DASS DAS EIN SCHOCK WAR, ABER AUF EINMAL WAR ICH MIT DIREKTEM RASSISMUS KONFRONTIERT."
Noch einmal langsam und zum Mitschreiben: Herr Grass, der als ehemaliges Mitglied der Waffen-SS laut eigenem Bekunden noch bis 1945 und darüber hinaus an Führer Volk Vaterland und den "Endsieg" über die verjudeten Westmächte sowie die bolschewistischen Untermenschen glaubte -- GraSS also lernte angesichts der US-Army zum ersten Mal im Leben, was Rassismus bedeutet.
Herzlichen Glückwunsch.

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