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  08.00.2006  31:01   +Feedback

„So nicht, geliebtes Israel, hör auf zu wüten, leg den Stein aus der Hand. Dein Weg ist falsch!“

Burkhard Müller, dem wir die schönsten Worte zum Sonntag verdanken, spricht auch die Morgenandacht im Dritten Programm des WDR. Während normale Menschen noch mit dem Schlaf kämpfen, hat er sich schon von IHM die Losung für den Tag geben lassen und verbreitet sie unter den Kindern Gottes. Und zwar von 7.5o bis 8.oo Uhr. Bin ich froh, dass ich nicht mehr in Köln lebe und von Burkhard Müller nicht geweckt werde. Mit solchen Freunden braucht man keine Feinde. Hier der Text der Andacht von heute:


BRUDERMORD IM NAHEN OSTEN?

Kain erschlägt Abel. Die alte Geschichte von dem Brudermord ist im Nahen Osten zu Hause.

Wiederholt sie sich heute im blutigen Streit zwischen den semitischen Brudervölkern, den Juden und Arabern? Die Juden sollen ins Meer getrieben werden. Der Staat Israel soll ausradiert werden von der Landkarte. Arabische Selbstmordattentäter sprengen ganze Busse in die Luft, Raketen werden aus dem Land der Araber auf das israelische Kernland abgeschossen. Ist Kain, der Brudermörder, in den Arabern wieder zu erkennen?

Aber wenn ich ihr Land ansehe, meine ich: Das sieht nicht nach Kain aus, sondern so sieht Abels Land aus. Zerstörte Flughäfen, Brücken, Straßen, Häuser, obdachlose Flüchtlinge, traumatisierte Kinder, hungernde Familien. Wie ein ohnmächtiger Abel, der längst am Boden liegt und vom stärkeren Kain wie zum Krüppel geschlagen wird.

Von einem sehr starken Kain. Der macht es nicht mehr mit Steinen in der Hand. Er hat die modernste Waffentechnologie. Mit der Klage auf den Lippen: „Abel will mir das Land nehmen!“ nimmt er Abel ein Stück Land nach dem andern weg, Siedlungsgebiete für die Kain-Familie. Mit den Worten “Ich will mich nur selbst verteidigen! Das ist mein Recht“ dringt Kain gewalttätig in das Land Abels ein und zerstört, was Abel zum Leben braucht.

Aber Israel ist nicht Kain. Es benimmt sich nur so. Israel ist in einer schwachen Position. Kain gewinnt zwar bis jetzt in den Schlägereien mit Abel, haushoch. Aber Abels Hass wächst. Immer mehr stellen sich auf seine Seite gegen Kain. Kain scheint also alles zu tun, sich viel Feinde zu verschaffen. Israel führt sich jetzt auf wie Kain, aber wenn es so weiter macht, wird es eines Tages wie Abel wirklich zum Opfer werden. Es ist auf dem besten Weg dahin.

Als Kain und Abel allein auf dem Felde sind, wird es lebensgefährlich, kommt es zu tödlichen Schlägen. Man darf Kain und Abel nicht sich selbst überlassen, das ist tödlich. Die Araber brauchen Freunde, von denen es sich die Steine aus der Hand nehmen lässt. Aber auch Israel braucht solche Freunde. Nicht die falschen Freunde, die Israel ermutigen den falschen Weg weiterzugehen: „Israel, du hast recht, mach weiter so, wir sind dir solidarische Freunde!“ Sondern gute Freunde, die widersprechen und sagen: „So nicht, geliebtes Israel, hör auf zu wüten, leg den Stein aus der Hand. Dein Weg ist falsch!“

Und wenn sie einmal innehalten im Schlagen und schon wieder überlegen, wie sie beim nächsten mal besser siegen können, dann, Freunde der Araber und der Juden, sagt ihnen: nicht der Sieg, der Frieden muss euer Ziel sein. Frieden für das Heilige Land kommt nicht durch Waffen und Kriegslärm. So besiegt man keine Feinde, so schafft man nur neue. Es gibt einen besseren Weg, als den, den ihr sei Jahrzehnten gegangen seid. Deinen Feind hast dann besiegt, wenn du ihn zum Freund gemacht hast. Daran arbeite!

Ihr Gutwilligen auf beiden Seiten tut euch zusammen, und lasst euch nicht abbringen vom richtigen Weg, Freundschaft zu schaffen, auch wenn die Kains auf beiden Seiten lieber nach dem Stein greifen und zuschlagen wollen. Legt die Steine weg. Redet miteinander. Lernt aus den Fehlern des ersten Geschwisterpaares, lasst es nicht s o weit kommen wie bei Kain und Abel.

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