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  08.00.2006  31:01   +Feedback

Tschernobyl und der Massenkrebs

Längst haben sich die (unbelegbaren) "Statistiken" von Hunderttausenden Toten und Millionen zusätzlichen Krebsfällen pünktlich zum 20. Jubiläum der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl endgültig im Bewusstsein der Deutschen festgesetzt. Natürlich ohne, dass damit eine konkrete Hilfe beispielsweise für all jene "Liquidiatoren" verbunden wäre, die das Sowjetregime buchstäblich im brennenden Reaktor verheizt hat, ohne sie über die Folgen aufzuklären. Insofern kommt das "International Journal of Cancer", Band 119, mit seiner Studie mit Schätzungen über Krebsfälle als Folge von Tschernobyl wohl zum falschen Zeitpunkt. Interessant ist die Studie trotzdem auch wenn sie, wie alle anderen Arbeiten dieser Art, lediglich auf "Risikomodellen" beruhen kann, weil der Krebs an sich leider keine Interviews über seine Ursachen gibt:

"Infolge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 kam es zu einer Ausbreitung radioaktiver Nuklide über weite Teile Europas. Um abzuschätzen, wie diese Strahlenbelastung die Krebshäufigkeit in Europa beeinflusst hat, werteten Cardis et al. nationale Krebsstatistiken aus und wendeten dabei auch neue Risikomodelle an. Diese Vorhersagen ergaben, dass etwa 0,01% aller Tumorerkrankungen in Europa, die nach 1986 aufgetreten sind und voraussichtlich bis 2065 auftreten werden, auf den Reaktorunfall von Tschernobyl zurückzuführen sind. In Übereinstimmung mit dieser Prognose zeigte die Analyse der nationalen Krebsstatistiken keinen Anstieg der Tumorrate in Europa im Zeitraum von 1985-2000. Hiervon ausgenommen ist Schilddrüsenkrebs, dessen gehäuftes Auftreten in den am stärksten kontaminierten Regionen Weißrusslands, der Ukraine und Russlands in direktem Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und der Aufnahme von radioaktivem Jod steht."
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2006/dkfz_pm_06_71.php

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