Hannes Stein 01.11.2006 02:38 +Feedback
Nachtrag zur Fortsetzung: Das Ende der Todesstrafe in Deutschland
Ein exzellenter Artikel von meinem neuen Freund Charles Lane aus dem Archiv des "Tagesspiegel":
http://www.tagesspiegel.de/meinung/archiv/18.10.2005/2121131.asp
Kein Plaedoyer fuer die Todesstrafe, aber die Korrektur eines Mythos: Die Todesstrafe wurde in Deutschland keineswegs abgeschafft, um mit der Barbarei der Nazis zu brechen. "Artikel 102" (der die Todesstrafe verbietet) "war das Geistesprodukt eines rechtsextremen Politikers, der mit verurteilten Nazi-Kriegsverbrechern sympathisierte – und verhindern wollte, dass sie von den britischen und amerikanischen Besatzungskräften getötet würden. Artikel 102 war also keineswegs ein Signal gegen das barbarische System Hitlers, sondern eine Stellungnahme gegen die angeblichen Exzesse alliierter Siegerjustiz."
Charles erzaehlte mir, dass ihn nach diesem Artikel viele Briefe deutscher Leser erreichten. Keiner stellte infrage, dass das, was er geschrieben hatte, den historischen Tatsachen entsprach -- man kreidete ihm aber schwer an, dass er sie oeffentlich gemacht hatte.
(Schon der Aufklaerer Helvetius wusste: "Die Wahrheit hat noch keinem geschadet -- ausser dem, der sie sagt.")
