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Bernd Zeller






  23.07.2014   11:47   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989- Tagebuch der Friedlichen Revolution

Zweiundzwanzigster Juli 1989
Es wird bekannt, dass innerhalb von drei Tagen zehn DDR-Bürgern die Flucht nach Bayern und Niedersachsen gelungen ist.

Dreiundzwanzigster Juli 1989
Die Bundesregierung ist aufgewacht und reagiert auf die schnell steigenden Flüchtlingszahlen. Staatssekretär Walter Priesnitz vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen appelliert an alle DDR-Bürger, in ihrer Heimat zu bleiben, damit die „Wiedervereinigung der Deutschen nicht in der Bundesrepublik“ stattfinde.
Die Bitte des Bonner Staatssekretärs findet kein Gehör. Auch heute haben wieder dutzende Flüchtlinge die Grenze von Ungarn nach Österreich überquert.

Vierundzwanzigster Juli 1989
Die Bürgerrechtler Markus Meckel und Martin Gutzeit rufen zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR auf. Die Staatssicherheit konnte...

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Kategorie(n): Inland 

  22.07.2014   22:57   Leserkommentare (im Wartemodus)

Der Rücksturz in die Barbarei ist wieder eine Option

Alexander Kissler

Wo der Antisemitismus blüht, ist Recep Tayyip Erdogan nicht weit. Der türkische Ministerpräsident weiß, was er seinem Ruf schuldig ist. Und so ließ er sich nicht lange bitten und bescheinigte den Israelis „kein Gewissen, keine Ehre, keinen Stolz“ zu haben. Im Gaza-Konflikt hätten sie „Hitler in Sachen Barbarei übertroffen.“ Damit bewegt er sich in vertrautem Fahrwasser, ist weiten Teilen des Islam doch die Judenfeindschaft eingeschrieben, seit Mohammed für ein von Juden und Christen gesäubertes Medina kämpfte. Andere Muslime lassen es nicht bei Worten bewenden. In Paris wurden zwei Synagogen angegriffen und Autos abgefackelt, um der Forderung nach einem „freien Palästina“ Nachdruck zu verleihen. In London geriet eine Demonstration gegen die israelischen Luftangriffe auf den Gaza-Streifen zum...

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Kategorie(n): Inland  Ausland 

  22.07.2014   22:49   Leserkommentare (im Wartemodus)

Versuch einer Entschuldigung

Das Spiegel-Interview mit Christian Wulff war das beste, das ich dort seit langem gelesen habe. Ein klarer Sieben-zu-eins-Sieg für den aus dem Amt gehetzten Bundespräsidenten. Sieben zu eins? Wieso eins? Der Spiegel hat es auch in den letzten Spielminuten nicht geschafft, dem Gesprächspartner den Ball ins Netz zu setzen. Sieben zu Null also.

Besonders interessant fand ich die Passage, in der andeutungsweise über die Möglichkeit gesprochen wurde, dass Medienvertreter sich bei ihm entschuldigen könnten. Es wurde schnell klar, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist und von Wulff auch nicht erwartet wurde.

Warum haben wir Journalisten solche Probleme, uns zu entschuldigen? Liegt es daran, dass wir von Hause aus immer recht haben? Handelt es sich um eine kulturell erworbene Behinderung? Oder gar um einen genetischen Defekt?

Ich...

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Kategorie(n): Inland 

  22.07.2014   21:59   Leserkommentare (im Wartemodus)

Das ist keine Spirale, das ist ein Albtraum

Melody Sucharewicz

Seit letzter Woche ist es – mal wieder – offiziell: „Die Sympathien der Deutschen für Israel sind gesunken. Die Deutschen sehen die Hauptverantwortung für die aktuelle Gewalt fast in gleichem Maße beim jüdischen Staat wie bei der militant-islamischen Palästinenserorganisation, Hamas,..“.

Dank gilt dem stern, der diese Fakten mit Hilfe einer Forsa-Studie ermittelt hat. Denn damit wird bestätigt, was die Berichterstattung über den Nahostkonflikt nolens volens zu bewirken droht: Ein völlig verzerrtes Bild der Realität, eine chronolgische Darstellung der Ereignisse so verlässlich wie die Steuererklärung von Alice Schwarzer. Mit einer Detailtreue so tiefsinnig wie das Decolté von Heidi Klum, einem beeindruckend ‚neutralen‘ Gusto für Fakten, Semantik und Kausalität.

Israels Operation “Protective...

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Kategorie(n): Inland 

  22.07.2014   20:16   Leserkommentare (im Wartemodus)

Der Feinschmecker-Antifaschist Konstantin Wecker

Ein antisemitischer Mob wütet auf Deutschlands Straßen, er attackiert Synagogen, feiert Adolf Hitler und wünscht den Juden den Tod. Genau gegen solche Menschenfeinde bezieht Konstantin Wecker seit Jahrzehnten Stellung, zeigt er Gesicht, will er nicht schweigen. Und darum hat er am vergangenen Donnerstag, als Tausende Antisemiten „Juden ins Gas“ brüllten, auf Facebook auch ein klares Bekenntnis abgegeben. Für ihn sind diese Ereignisse wie ein „Stiefeltritt ins Gesicht“, er empfindet „Fassungslosigkeit und Zorn“ und auch „Scham“. Außerdem stellt er noch einmal klar, wie sehr er „Nationalismus, Verfolgung Andersdenkender, Fremdenhass bis zur Mordgier“ verabscheut.

Immerhin ein klares Bekenntnis und ein Solidarisierung mit den Opfern des antisemitischen Mobs, könnte man denken. Das Problem ist nur: Er hat sich in...

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Kategorie(n): Inland  Ausland 

  22.07.2014   11:25   Leserkommentare (2)

Bayerisch für Anfänger (10): Lump

Bilder aus Gaza

In Bayern ist Betrug nicht gleich Betrug und wird entsprechend sprachlich differenziert. „Bazi“ und „Lump“ bezeichnen jeweils einen Betrüger, doch sie werden völlig unterschiedlich gewertet.  Bei Bazi schwingt Hochachtung vor dem Menschen und seiner kreativen Trickkünste mit. Ein Bazi betrügt nie Unterlegene, sondern spielt Vorgesetzte, Institutionen oder Autoritäten aus. Ein Bazi ist zum Beispiel der Junge, der seinen Eltern vorgibt, zum Schwimmunterricht zu gehen, stattdessen aber mit dem Freund Computer spielt und nach der „Trainingszeit“ sein Handtuch und seinen Kopf im Badezimmer des Freundes befeuchtet, damit die Mutter bei trockener Wäsche und Haaren keinen Verdacht schöpft.

Ein „Lump“ hingegen betrügt systematisch und hinterhältig, um sich selbst zu bereichern. Skrupellos verfolgt er...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  22.07.2014   11:22   Leserkommentare (1)

Waffenstillstandsgrund in Gaza

Die Hamastunnel für Mordanschläge – man kämpft ja gegen Al Yahood und nicht gegen Israelis – lieferten einen starken Grund für den Einmarsch in Gaza. Während man nun dabei ist, die Anlagen zu finden, zu zerstören und dabei rare junge Männer zu verlieren, teilt Steven Emerson vom Investigative Project on Terrorism (Washington) mit, dass es mehr Tunnel gibt, als man in Israel ahnt. Amerikanische Satelliten mit hochauflösenden Infrarotkameras haben bereits 60 von ihnen entdeckt. Sie sind mindestens 46 m lang und haben Mindestquerschnitte von 150 x 120 cm.

Amerikas National Security Agency (NSA) steht hinter dieser Forschung und brauche die wie auf einem Zeichenblatt sichtbaren Linien den Israelis nur zugänglich zu machen. Wenn das so stimmt, kann Israel einem Waffenstillstand auch vor der Ausschaltung aller Tunnel zustimmen...

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Kategorie(n): Ausland 

  22.07.2014   08:53   Leserkommentare (1)

Essen mit Ellen (Nr. 20): Fernliebe

Mit den Shitstorms, die wildgewordene Veganer im Netz toben lassen, könnte man alle Äcker der EU düngen. Vermutlich bliebe sogar noch etwas übrig für den subven-tionierten Export nach Afrika. Gott sei Dank sind diese Stürme nur virtuell, und die Schlachtfelder, auf denen sie ausgefochten werden, liegen auch ziemlich abseits: Ein Shitstorm ging auf der Facebook-Seite einer Bank nieder, die mit einem Wurst es-senden Dirk Nowitzki wirbt. Ich weiß nicht, ob es Menschen gibt, die via Facebook mit ihrer Bank befreundet sind. Ich bin es jedenfalls nicht und wünsche es auch keinem.

Worauf ich hinaus will, ist das Virtuell-Digitale. Unsere Zeitgeist-Moral wird immer abstrakter. Wer Bekannte hat, die bei einer schicken Artenschutz-Organisation arbei-ten, kennt das: Ständig treffen Facebook-Nachrichten ein, die vor dem Aussterben oder der...

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Kategorie(n): Kultur 

  21.07.2014   22:45   Leserkommentare (2)

“Der begabteste Pressesprecher, den die Hamas je hatte”

Der Rest von Todenhöfers Pamphlet ist Pathos, Tränendrüse, Betroffenheitsprosa, Show. Niemand weine »mit den Menschen von Gaza«, mit den »Müttern, deren zu Tode gebombte Kinder in ihren Armen starben«, klagt er. Ewig werde man »über die Schande von Gaza sprechen«, über die »herablassende, respektlose Unterdrückung und Demütigung seiner Bevölkerung durch den Nachbarn Israel«, über das »Versagen der Weltöffentlichkeit angesichts ihrer Behandlung als Menschen dritter Klasse, Jean Paul Sartre würde sagen als ›Halbaffen‹«. Täglich erhalte er »Morddrohungen«, die er gar nicht mehr zählen könne, sagt Todenhöfer, und dennoch denke er »jede Minute an die Menschen in Gaza, an die Verdammten dieser Erde«. Am liebsten würde er »gleich wieder zu ihnen hinfahren«. Bis es so weit ist, gibt er, der »stets gut...

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Kategorie(n): Inland