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Auslese



  16.04.2015   14:00   Leserkommentare

Prag, die Sächsische Schweiz und Amerika

Von Quentin Quencher

„Haben sie Verwandte, auch sehr entfernte, in den Vereinigten Staaten?“ fragte mich ein Mitarbeiter der Botschaft der Vereinigten Staaten in deren Ostberliner Domizil in der Neustädtischen Kirchstraße. Wochen vorher hatte ich schon die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin ein oder zwei mal aufgesucht um unserem, meiner damaligen Frau und meinem, Ausreiseantrag einen Schub zu verleihen. So ungefähr nach einem halben Jahr war alles scheinbar ins Stocken geraten, und nun, noch ein halbes Jahr später, hatten wir den Eindruck, dass sich nichts mehr bewegt. Keine Reaktionen der zuständigen Behörde mehr, keine Vorladungen um uns ein wenig einzuschüchtern. Nicht mal, als wieder eine Wahl an stand, wurde ich aufgesucht. Zwei Mitglieder unser oppositionellen Gruppe, also Freunden von uns, wurde in...

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Kategorie(n): Inland 


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  15.04.2015   22:00   Leserkommentare

In der Todesfalle

Eugen Sorg

Einer der schlimmsten Orte dieser Welt ist im Moment sicher Jarmuk. Das palästinensische Flüchtlingsquartier am Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus war während zwei Jahren vom Assad-Regime systematisch ausgehungert worden. Wer die Mittel hatte, flüchtete, wer nicht, begann Gras und Insekten zu essen, nachdem alle Katzen, Hunde und Esel geschlachtet worden waren. Dann eroberten letzte Woche die Krieger des Islamischen Staates (IS) den grössten Teil des Viertels, und die meisten der 18 000 verbliebenen Palästinenser ducken sich nun auch noch unter den Schlägen der Blutmuslime des IS und den Fassbomben der Luftwaffe Assads.

Und was unternahmen die Führer zur Rettung der Angehörigen ihres Volkes? Vertreter der Autonomiebehörde Palästinas knobelten letzte Woche an einer neuen Resolution zuhanden des...

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Kategorie(n): Ausland 


  15.04.2015   21:47   Leserkommentare

Micky-Mouse-Häuser mit Ausblick auf den Harlem-River

Der Plan war nicht so kühn wie er auf den ersten Blick erscheint: „Komm, wir machen einen Spaziergang in der Bronx.“

Der New Yorker Stadtteil Bronx ist besonders gefürchtet, seit Tom Wolfe dem Ort in seinem „Fegefeuer der Eitelkeiten“ eine schaurige Hauptrolle gegeben hat. Nicht ohne Grund: In der South Bronx findet man die wildesten Slums der Stadt. Harlem, einst auch ein Furcht einflößender Name, ist inzwischen streckenweise geradezu schick geworden. Um in „unsere“ Bronx zu gelangen, nimmt man allerdings nicht den berühmten „A Train“, der nach und durch Harlem führt, sondern die U-Bahn Nummer eins.

Auch für die Bronx gilt eben, was für ganz Amerika gilt: Bronx ist nicht gleich Bronx. In Riverdale, im Nordwesten des einzigen New Yorker Festland-Stadtteils, fühlen sich sogar Millionäre wohl und sicher und...

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Kategorie(n): Ausland 


  14.04.2015   11:30   Leserkommentare

Sich wehren lohnt sich!

Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt! Mit diesem holprigen Spruch haben wir uns zu DDR- Zeiten immer wieder mal Mut gemacht. Warum sollte das in der Demokratie anders sein?

Eine offene Gesellschaft ist nicht etwas ein für allemal Gegebenes, sondern sie muss jeden Tag verteidigt werden, gegen ihre Feinde und vor allem ihre falschen Freunde. Es sage keiner, das sei aussichtslos, oder das Establishment, bzw. was dafür gehalten wird, mache eh, was es wolle.  Vorgestern habe ich auf der Achse über meine Ausladung als Eröffnungsrednerin der „Tage für Demokratie und Toleranz“ in Zwickau berichtet.

Womit ich nicht gerechnet habe und wofür ich allen Freunden ganz herzlich danke, ist die überwältigende Unterstützung, die ich erfahren habe.
Innerhalb eines Tages gingen beim Veranstalter über 250 Protestmails ein, die sich für...

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Kategorie(n): Inland 


  13.04.2015   12:52   Leserkommentare

Plattenbauten und eine rote Flagge

Von Quentin Quencher

Im letzten Teil dieser Ausreiseantrag-Serie wurde beschrieben, wie sich das Misstrauen wie der kalte Wind selbst in die privatesten Kontakte einschlich. Dieses Misstrauen war natürlich bei Leuten wie wir, die wir uns als Oppositionelle und Regimegegner in der DDR verstanden, besonders ausgeprägt, doch es erfasste genauso die normalen Bürger, die die eigentlich nur in Ruhe gelassen und ihr Leben leben wollten. Dies zeigte sich in vielfältiger Weise, zum Beispiel durch das Flüstern in der Öffentlichkeit. Niemand wusste so recht, welche Informationen über sich selbst wo gesammelt wurden also misstraute man jedem. Keiner fragte nach, es hätte ihn verdächtig gemacht, also galt, besser nicht auffallen und sich wie ein Fisch im Wasser bewegen, nicht anecken, nicht das Interesse von wem auch immer wecken....

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Kategorie(n): Inland 


  13.04.2015   07:00   Leserkommentare

Die griechische Tragödie (Teil 2):  Der zerstörerische Kampf der Linken

Ein neuer Frühling beginne in den Beziehungen zu Moskau, verkündete der gutgelaunte griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras am 8. April in der russischen Hauptstadt.  Das impliziert, dass zwischen Griechenland und Russland vorher ein kalter Winter herrschte. Beides ist so nicht richtig. In kaum einem anderen Staat, der zur NATO und der EU gehört, gab es so enge Beziehungen zu den jeweiligen Herrschern in Moskau, wie in Athen. In der Zarenzeit kämpften die orthodoxen Russen gegen die osmanischen Unterdrücker und hatten so einen wesentlichen Anteil an der Befreiung Griechenlands. Seit der Gründung der kommunistischen Partei in Griechenland 1918, war diese treu erst Lenin und dann Stalin ergeben. Sie kämpfte mit brutaler Gewalt gegen die italienische und deutsche Besatzung, dann aber auch im Bürgerkrieg gegen die königstreue...

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Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 


  12.04.2015   18:57   Leserkommentare

Was das Eine mit dem Anderen doch zu tun hat

Das eine, heißt es, habe mit dem anderen nichts zu tun. Die Reparationsforderungen, mit denen die Griechen womöglich in Berlin vorstellig werden könnten, und die aktuelle, die akute Finanznot der Athener Regierung, das seien zwei Paar Schuhe, ein ausgetretenes, das man längst abgelegt habe, und ein neues, an das sich die Träger noch gewöhnen müssten. Dass dieses an der einen oder anderen Stelle drücke, liege in der Natur der Sa-che, sei aber kein Grund, aus dem Keller zu holen, was dort für alle Zeiten verstaut sein sollte.

Auf den ersten Blick scheint diese Argumentation durchaus einleuchtend. In die Not, die sie heute erleben, haben sich die Griechen selbst gebracht. Sie ist keine Folge der unsäglichen Verbrechen, die die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs auf dem Balkan verübten. Weder direkt noch indirekt lässt...

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Kategorie(n): Ausland 


  12.04.2015   16:29   Leserkommentare

Demokratie und Toleranz? Nicht in Zwickau!

Die gänzlich unbegründete Denunziation einer obskuren antidemokratischen Splittergruppe reicht aus, um von der Rednerliste der “Tage für Demokratie und Toleranz” geschmissen zu werden. Jedenfalls in Zwickau.

Hier meine Reaktion:

An Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region

Sie haben mich während meines Osterurlaubs mit meinen Enkeln am 10. April ohne Rücksprache für die lang geplante, vertraglich festgesetzte Eröffnungsrede anlässlich der diesjährigen Tage der Demokratie und Toleranz in der Zwickauer Region am 13. April öffentlich ausgeladen. Die Zwickauer Tage 2015 stehen ja aus gegebenem Anlass ganz im Zeichen des 25ten Jahrestages der Friedlichen Revolution und der deutschen Einheit. Und dieses Thema sollte auch im Zentrum meines Vortrags stehen; es ist ein Thema zu dem ich als aktive Bürgerrechtlerin...

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Kategorie(n): Inland