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  30.09.2014   08:03   Leserkommentare (1)

Leonard Cohen, der Krieg, die Menschlichkeit und die Fahrräder auf dem Meeresgrund

Am Sonntag, dem 21. September wurde in einer Reihe von transkontinentalen Veranstaltungen (1)* der achtzigste Geburtstag von Leonard Cohen zelebriert. Er selber hat sich diesen Tag als Termin gesetzt, um wieder mit dem Rauchen anzufangen. In dem Filmporträt ‚Beautiful Losers’ (ich weiß nicht, wie lange das schon zurückliegt) lobt er Weiswein und Zigaretten als „wundervolle Drogen“, er tut es in einem durchaus ernsthaften Ton, als hätte er alles durchprobiert und könnte nun nach vorurteilsfreier Prüfung Weiswein und Nikotin als Testsieger empfehlen. Er scheint eine Menge ausprobiert zu haben, einschließlich Alkoholentzug, Zen Buddhismus und Askese. Offenbar ist er auch im fortgeschrittenen Alter immer noch dabei, in Sachen Drogen, Kunst und Religion verschiedene Möglichkeiten auszutesten.

Einen unfreiwilligen...

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Kategorie(n): Kultur 

  06.04.2014   15:45   Leserkommentare (1)

Das Geheimnis von Urs Widmer

Manchmal brauche ich ein bisschen länger. Andere haben womöglich ihre Nachrufe schon in der Schublade und warten nur noch auf die Todesmeldung. Ich nicht. Meine kleine Trauerpostkarte kommt also ein wenig verspätet. Ich bin geknickt und – ehrlich gesagt – fasse ich es immer noch nicht. Bei Urs Widmer habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass er jemals stirbt.

Das klingt jetzt so, als sähe ich in ihm den ewig jungen Schriftsteller, der gerade angefangen hat zu schreiben und als hätte ich ein Verhältnis zu ihm wie zu den Eltern, von denen man auch irgendwie annimmt, dass sie niemals sterben. So ist es auch. Es kommt noch etwas hinzu. Ich kenne sein Geheimnis.

Ich habe tatsächlich seine frühen Sachen gelesen, alle. Ich habe gesammelt, was ich kriegen konnte. Er war wirklich ein junger Autor, weil er nicht so schrieb wie...

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Kategorie(n): Kultur 

  31.03.2014   23:12   Leserkommentare (5)

Schwere Zeiten für Papageien

Ab heute, also ab dem 1.4., tritt eine Neuregelung in Kraft, die alle betrifft, die einen Papagei in ihrer Wohnung haben. Die Haltung dieser seltenen Tiere wird damit noch schwieriger. Es hatte schon im Vorfeld Unmut und vereinzelte Proteste gegeben, die sind allerdings nicht an die große Öffentlichkeit gelangt. Nun ist es zu spät.

Es ist sowieso nicht lustig, einen Papagei zu halten – auch wenn sich das manche so vorstellen. Ein Papagei ist kein Spaßvogel. Er macht eigentlich nur Ärger. So ein Tier ist äußerst sensibel, erfordert intensive Pflege und ist nicht gerade billig im Unterhalt. Nun wird es noch teurer.

Papageien können sprechen – natürlich können sie das nicht wirklich: sie können lediglich etwas nachplappern. Vielen reicht das schon. Das macht Papageien so beliebt. Doch bei aller Begeisterung darüber, DASS...

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Kategorie(n): Kultur  Wirtschaft  Bunte Welt 

  14.01.2014   15:21   Leserkommentare (13)

Der Apfel und seine Feinde

An einer Stelle fällt Vladimir Nabokov in seinem wunderbaren Buch ‚Erinnerung, sprich’ aus der Rolle und wendet sich direkt an den Leser, als müsste er dringend etwas klären: Es ist nicht so, dass er gegen den Kommunismus ist, weil der seine Familie um ihr Vermögen gebracht hat, es ist die unmenschliche Gleichmacherei, die ihm so verhasst ist.

Wie sieht es hier und heute damit aus? Die moderne Gleichmacherei ist allgegenwärtig und umfassend: Eine Kopie ist nicht mehr vom Original zu unterscheiden, Politiker differenzieren nicht zwischen „Gleichstellung“ und „Gleichberechtigung“. Anführungsstriche schützen nicht mehr, es wird nicht unterschieden, ob jemand seine eigene Meinung vertritt oder eine fremde zitiert, die Meinung eines Redners wird genauso gewertet wie die des Mannes, der ihm das Mikrofon hinstellt. Alles...

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Kategorie(n): Kultur 

  24.12.2013   08:42   Leserkommentare (im Wartemodus)

An jedem Tag öffnet sich eine kleine Tür: Der Achgut-Adventskalender (24)

War’s das?

Ob es wirklich so war?
Drei Typen folgten ihrem Star
Und sagten: „Wir sind hier die Kings,
wo is nu, das ... äh ... Dings?“

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Kategorie(n): Kultur 

  23.12.2013   08:05   Leserkommentare (im Wartemodus)

An jedem Tag öffnet sich eine kleine Tür : Der Achgut-Adventskalender (23)

Anmerkung zum lyrischen Schaffen von Erich Honecker

Zu seinen bekanntesten Werken zählt der Vers:

Den Sozialismus in seinem Lauf
halten weder Ochs noch Esel auf.

Was will uns der Dichter damit sagen? Der fortschreitende Sozialismus ist nicht aufzuhalten. Vordergründig liegt darin die Aussage dieses populären Zweizeilers, und Honecker hat dazu tief in die poetische Trickkiste gegriffen und daraus zwei vertraute Sinnbilder hervorgeholt: „Ochs“ und „Esel“.

Doch es muss auch die Fragen gestattet sein, ob es eine gute Wahl war? Der „Ochs“ steht für unbändige Kraft. Eine gute Wahl. Dass der Sozialismus eine Bedrohung, die aus einem Kräftevergleich der Systeme hervorgeht, nicht fürchten muss, spricht für ihn.

Wie aber sieht es mit dem „Esel“ aus? Der steht gemeinhin für Dummheit. Hier liegt ein poetisches Eigentor...

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Kategorie(n): Kultur 

  22.12.2013   08:35   Leserkommentare (im Wartemodus)

An jedem Tag öffnet sich eine kleine Tür: Der Achgut-Advebtskalender (22)

Gute Frage

Oh, Tannenbaum, oh, Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter?

„So grün wie der Klee?“
Nee, nee.

So grün wie das Grün der Partei?“
Knapp daneben ist auch vorbei.

„So grün wie der Filzstift, der langsam verblasst?“
So auch nicht, aber fast.

„So grün wie das Grüne vom Ei?“
Voll vorbei.
Es heißt auch nicht Grüne, sondern Gelbe
Das ist nun wirklich nicht dasselbe.

„So grün wie das Schild Überholverbot?“
Das ist doch nicht grün, das ist schwarz, weiß und rot.

„Wie an der Ampel das grüne Licht?
Schon wieder falsch? Dann weiß ich nicht.“
So grün wie der Christbaum zur Heiligen Nacht,
der uns Glanz und Segen beschert.

„Ach so. Das hätt ich mir beinah gedacht.
Na, gut. Dann wär das geklärt.“

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Kategorie(n): Kultur 

  21.12.2013   07:07   Leserkommentare (1)

An jedem Tag öffnet sich eine kleine Tür: Der Achgut-Adventskalender (21)

Gut dass wir da nicht sind
(Aus der Reihe: Weihnachten an ungewöhnlichen Orten)

Heiße Weihnachten
Heilig Abend in der Hölle bei den Verbrechern:
Da gibt’s Glühwein aus glühenden Bechern.

Immer dasselbe
Weiße Weihnachten am Pol
Das geht nicht ohne Alkohol.
Alles weiß ... und weiß ... und weiß,
so dass man nichts mehr weiß ... und weiß ...
und längst vergisst,
ob man am Südpol oder Nordpol ist.
Man weiß nur: dieses Einerlei
geht nie vorbei.

Schon gut
Weihnachten bei Alzheimer-Kranken.
Da heißt es: „Ihr müsst euch nicht noch mal bedanken.“

Das sieht aber gar nicht gut aus
Weihnachten in den Tropen:
Es hängt Lametta an den Antilopen.

In Sizilien hängt das Lametta
an der Baretta.
Ein alter Brauch.

Sonst ist es da wie anderswo auch

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Kategorie(n): Kultur