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Beiträge von  

  04.09.2015   15:39   Leserkommentare (im Wartemodus)

Sorry, Solingen - das mußte mal sein

Berlin und Solingen liegen 460 Kilometer auseinander, aber etwas verbindet sie – die deutsche Hauptstadt und die „Klingenstadt im Bergischen Land“. Sie teilen sich ein kriminalistisches Rätsel. Und zwar liegen die beiden auf den vordersten Plätzen der bundesweiten Tankstellenbetrugsstatistik. Nun könnte man im Fall von Berlin natürlich einwenden, daß das keineswegs rätselhaft ist. Berlin ist sowieso ein Sonderfall; in Berlin geht es drunter und drüber, und Berlin ist in allen möglichen Arten von Rechtsbrüchen, Gaunereien und Bedenklichkeiten führend – ganz besonders, wenn man das Regierungsviertel ins Auge faßt. Da gehören Kraftstoffdiebstähle gewissermaßen zum Inklusiv-Paket der Metropole. Mehr als 7.000 Vorkommnisse gibt es dort pro Jahr, also fast 20 an jedem Tag, und nur ein Fünftel der Täter wird geschnappt....[Weiterlesen…]

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  02.09.2015   16:30   Leserkommentare (3)

Mitleidstheater mit Lastwagen-Feeling

Wir leben in einer Hochphase der Gefühlspolitik. Die letzten Reste von Common Sense werden gerade auf dem Altar der guten Gesinnung geopfert – meist von Leuten, die keinerlei Konsequenzen aus dem, was sie predigen, ertragen müssen. Sie bekommen sie nicht einmal mit, weil sie schon andernorts mit den nächsten Symbolhandlungen beschäftigt sind.

Zu den treibenden Kräften der Gefühlspolitik gehören vor allem die elektronischen Medien. Fernsehkameras zoomen nach Belieben in komplexe Situationen hinein, sodaß jede aufgestellte These mit scheinbarer Evidenz versehen werden kann, zumindest für die Dauer des Augenblicks. Wir sehen Bilder von weinenden Kindern, wir hören das Wort Flüchtlinge, und schon entsteht aus unserem Berührtsein und Betretensein eine theatralische Mitleidenergie.

Die Inszenierung solchen Mitleidtheaters ist...

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  30.08.2015   12:49   Leserkommentare (2)

EU-Irrsinn: Bier darf nicht bekommlich sein

„Ich bekomme noch ein Bier“, spricht der Gast zur Bedienung, und die bringt es und sagt: „Wohl bekomm’s!“ Das aber sollte sie nicht sagen, nicht in Deutschland, wo man zwar ein Bier bekommen kann, es einem aber nicht bekommen darf. Denn dann wäre es „bekömmlich“, und der Begriff „bekömmlich“ ist im Zusammenhang mit Bier tabu – sowohl in der Werbung als auch auf dem Etikett. „Aus gutem Grund“, wie die Geschäftsführerin des Verbands Sozialer Wettbewerb erklärt: Mit Alkoholkonsum seien viele Gesundheitsrisiken verbunden. Die Zahl der Alkoholabhängigen sei groß, und die volkswirtschaftlichen Kosten für ihre Behandlung und so weiter. Ein Wunder, daß Biertrinken überhaupt noch erlaubt ist; auf der Grundlage der geschilderten Gefährdungen hätte die EU ja längst ein generelles Bierverbot erlassen müssen.

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  24.08.2015   09:12   Leserkommentare (1)

Stümper oder Profis? Zur Qualifikation von Massenmördern

Die Bedrohung durch den islamistischen Terror ist spürbar und real und sie scheint zuzunehmen. Das zwingt uns, sie gedanklich genauer zu vermessen und zu analysieren, als es im üblichen Empörungs- oder gar Beschwichtigungsmodus geschieht. Gefragt ist Phantasie – die Phantasie von Profilern, wie jene Kriminalisten heißen, die sich in die Täterperspektive versetzen. Denn die Terror-Täter sind selber Phantasten – nicht nur in dem Sinne, daß sie einer höchst irrationalen Weltsicht anhängen, sondern auch weil sie ein erhebliches Maß an Phantasie aufwenden, um immer neue Untaten, neue Grausamkeiten und neue Inszenierungen des Schreckens auszuhecken. Damit ähnelt ihre Arbeit derjenigen von Hollywoods Filmautoren und –regisseuren, denn das Kino ist der klassische Hort großer Zerstörungsphantasien und insofern sowohl ein...

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  24.08.2015   08:33   Leserkommentare (im Wartemodus)

Meridian-Verschiebung

Der Meridian ist im Eimer. In einem Mülleimer, um genau zu sein, und dieser Mülleimer steht hundert Meter abseits von der Linie, die den Meridian darstellen soll. Auf dem Hügel im Londoner Süden, in Greenwich, wo sich das Königliche Observatorium befindet, herrscht ein gewisses Durcheinander. Touristen, die das Museum besuchen, denn das Observatorium von Greenwich ist schon seit 1948 kein Observatorium mehr, fotografieren sich gern breitbeinig auf dem Null-Meridian direkt vor dem Eingang: mit einem Fuß auf der Westhälfte der Erde, mit dem anderen im Osten. Doch neuerdings bringen sie auch GPS-Geräte mit, und siehe da: die zeigen die Null-Grad-Position weit hinter dem Gebäude an.

Dabei, so glauben viele, wurde das Gebäude doch extra am Meridian errichtet. Oder wurde, wie andere glauben, der Meridian zufällig vor dem Gebäude...

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  16.08.2015   23:18   Leserkommentare (im Wartemodus)

Kulturgutschutz für alle!

Es gibt in Deutschland noch immer viel zu wenig Gesetze. Trotz des unermüdlichen Einsatzes unserer Parlamentarier, Minister und freischwebender Politiker klaffen überall Regelungslücken von waldgroßen Ausmaßen. Auch das geplante Kulturgüterschutzgesetz wird hier keine umfassende Abhilfe schaffen, aber da alles, was mit Kultur zu tun hat, für exorbitanten Wirbel sorgt, eignet sich dieser Bereich besonders gut dazu, die ewig ersehnte politische Handlungsillusion zu erzeugen. Man kann Monika Grütters zu Ihrem Referentenentwurf, denn mehr ist es ja noch nicht, nur gratulieren. Denn allen, die sich darüber aufregen, kann sie cool entgegenhalten: Es sei ja noch gar nichts beschlossen, nicht mal der Text des Gesetzesvorschlags stehe fest. So sollte man den vereinigten Hysterikern des deutschen Kulturbetriebs mal in Sachen TTIP kommen;...

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  12.08.2015   21:49   Leserkommentare (4)

Halbe Bundeshauptstadt Bonn a. Rh.

Es gibt im Westen Deutschlands einen Flughafen namens Köln/Bonn. Das ist etwa so, wie wenn der größte deutsche Airport Frankfurt/Darmstadt hieße. Jedenfalls begreift kein Mensch, der unter 24 ist, was für politische Krämpfe mit dieser seltsamen Benennung einst verbunden waren. Denn bis kurz vor eurer Geburt, ihr lieben jungen Leute, wurde die Bundesrepublik von einer putzigen kleinen Universitätsstadt am Rhein aus regiert. Bonn war für Besucher aus Paris, London oder Moskau der oft als Beruhigung mißverstandene Beweis dafür, daß man dieses Deutschland nicht wirklich ernstzunehmen brauchte.

Doch dann kam der 20. Juni 1991, und der Deutsche Bundestag beschloß, daß Berlin wieder Hauptstadt werden solle. In Bonn brannte die Luft. Die Rheinländer fürchteten Niedergang und Verelendung, falls ihnen die Ministerien, die...

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  04.08.2015   09:56   Leserkommentare (4)

Produktivität des Bundestags bei 60 Prozent

Demokratie ist Macht geteilt durch Zeit mal Volk. So ungefähr lautet die Grundformel unseres politischen Systems. Die Zeit ist der Divisor, jede demokratische Regierung muß sich damit abfinden, daß ihre Amtsdauer von vornherein feststeht, auch wenn die Verlockung groß ist, sie etwas auszudehnen. Sogar erwachsene Minister benehmen sich dann wie kleine Kinder, die vom Spielplatz heimgerufen werden: „Ach bitte, bitte, bitte, kann ich noch ein bißchen bleiben?“ Doch leider nein, das geht nur auf dem Weg der Wiederwahl, am Datum selbst läßt sich nicht rütteln.

Dachten wir jedenfalls bis jetzt, aber da tritt unser Oberdemokrat, der Präsident des Bundestags, mit einem seltsam anmutenden Vorschlag an die Öffentlichkeit: Wie wäre es mit einer Verlängerung der Legislaturperiode? Bislang wird hierzulande bekanntlich alle vier...

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