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08.12.2011 16:47
Die Kritik der Pyramide
Mit wenigen Ausnahmen hängen die Staaten Lateinamerikas noch immer am Rockzipfel der Caudillos. Unabhängige Institutionen und Diskurse bleiben oft nur leere Versprechen. Wo die Beschreibung der politischen Wirklichkeit jeder Theorie spottet, springt – zum Glück des Lesers – aufklärend die Literatur in die Lücke. Mehr hier.
24.11.2011 08:44
The Hitch
Christopher Hitchens, der frechste Kolumnist der angelsächsischen Welt, hat er seine Memoiren geschrieben
Sie werden wohl mal so was wie ein Pamphletist.” Der namenlose Lehrer in der englischen Internatsschule hatte solch Zukunft nicht ohne Bedauern, ja Missbilligung prophezeit. Der junge Christopher Hitchens, dem seine Eltern unter beträchtlichen finanziellen Opfern eine gute Schulbildung ermöglichten, sah indessen keinen Grund, daran bange zu werden: Lieber Polemiker als Konformist. Wobei der nunmehr 62jährige in seiner kürzlich auf Deutsch erschienenen Autobiografie “The Hitch” der drohenden Selbstbeweihräucherung mit der Bemerkung entgeht, wie lächerlich statisch es doch sei, sich selbst als “Widerspruchsgeist” zu bezeichnen - oder als Renegat Memoiren unter pathetischen Titeln wie “Against the stream” zu veröffentlichten (für den beleidigend tumben Untertitel “Geständnisse eines Unbeugsamen” der deutschen Fassung ist Hitchens somit nicht verantwortlich.) Hier lesen
10.11.2011 22:31
MDDR
Sind die Angepassten auch immer die Kompetenten? Gewiss - zumindest in eigener Sache. Eine kleine Tour d’Horizon durch den MDR und andere Wirkungsstätten für Wendehälse. Hier weiterlesen
06.11.2011 14:00
Verzweifelt über die deutschen Zustände? Einfach mal verreisen!
Die Sache ist die”, sagte der Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen von Mexiko-Stadt. “Mein Cousin Fernando ist die rechte Hand des Gouverneurs im Bundesstaat Jalisco. Wenn dieser nach einer Legislaturperiode nicht mehr antreten darf, könnte es durchaus sein, dass mein Cousin auf die Kandidatenliste kommt und gewinnt. Dann holt er hoffentlich die Familie nach, und ich muss nicht mehr das machen …” Womit der deutsche Besucher eindringlich gebeten wird, einige Meter vor dem Abflugterminal auszusteigen, da die dortige Taxikonzession exklusiv und für hundert Jahre (sic!) der Familie des Ex-Präsidenten Fox überschrieben ist, die in Sachen Konkurrenz keinen Spaß versteht. “Aber um ehrlich zu sein, junger Freund: Lieber würde ich ganz in Ruhe Taxi fahren – bei euch in Berlin, vor diesen neuen Flughafen, den ihr da gerade baut."… Hier weiterlesen
31.10.2011 06:50
Wie die Fortsetzung linker Gewissheiten
Braucht es in einer Zeit des Zitterns und Bangens neuen liberalen Elan? Ganz gewiss. Wenn aus der berechtigten Skepsis gegenüber den ohnmächtigen Allmachtsfantasien des Staates (das Oxymoron sei an dieser Stelle erlaubt) jedoch der Wunsch nach einem allselig machenden Ismus entsteht, sollten die Alarmleuchten blinken. Wenn, wie der Wirtschaftsphilosoph Gerd Habermann meint, der „liberale Liberalismus“ bereits die Lösung aller sozialen und ökonomischen Menschenrechtsprobleme darstellt: Weshalb erfrechen sich dann Millionen von Wählern immer noch, konservativ zu wählen oder sozialdemokratisch bzw. grün-alternativ? Weiter hier.
25.10.2011 16:14
Die Wut der Griechen ist reiner Selbsthass
Macht eine ererbte Taxilizenz wirklich stolz? Wie ein Blick auf Peróns Argentinien lehrt, könnten die Griechen noch unter ganz anderen Hypotheken leiden. Weiter hier.
25.10.2011 16:11
Wo blieb der Beistand?
Die baskische Eta verzichtet auf Gewalt. Doch das ist kein Trost für die Terror-Opfer
Spanien kann es immer noch nicht fassen. Auch eine knappe Woche nach dem definitiven Gewaltverzicht der Eta sind die Zeitungen, Fernsehprogramme und Alltagsgespräche des Landes voll der sensationellen Nachricht, die freilich im Grunde etwas zutiefst Deprimierendes hat: Eine Bande, verantwortlich für mehr als 800 Morde, erklärt - in altgewohnt kalter, bürokratischer Diktion - das Ende ihres verbrecherischen Tuns, ohne auch nur eine Silbe des Mitgefühls für die Opfer zu finden. Weiter hier.
15.10.2011 07:45
Deutschland Deine Trolle (6)
Trolle und Trollfrauen sind oft schadenbringende Geisterwesen in Riesen- oder Zwergen-Gestalt. Angeblich kommen sie besonders häufig in Island vor. Unsere Zeitschrift Neugier.de, die wir in Island produziert haben, erscheint zur Buchmesse mit einer Ausgabe „Made in Iceland“. Unsere isländischen Freunde, genervt vom Troll-Kult, rangen uns jedoch ein Versprechen ab: Nichts über Trolle! Gemeint waren natürlich isländische Trolle. Wir fanden deshalb einen salomonischen Ausweg: Eine erlesene Kollektion deutscher Trolle. Wir baten Freunde und Autoren der Achse des Guten um kurze Portraits ihrer heimischen Lieblingstrolle. Heute beschreibt Marko Martin seinen Favoriten:
Heiner Geissler
Mein Lieblingstroll heisst Heiner Geissler. Weshalb? Weil er immer wieder an (schrägen) Ecken auftaucht, wo ihn die politisch Korrekten diverser Lager nicht vermuten. Weil er Anfang der achtziger Jahre auf Campus-Podien die selbstgerechte linke Geisterwelt der universitären Astas furchtlos aufgemischt und gleichzeitig die Union nicht völlig den rechten Zauseln von Dregger bis Tandler …


