Beiträge von Dr. Oliver Marc Hartwich
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15.04.2013 06:30
Doppelt oder gar nicht: die Lösung für den Euro
Anfang März machten wir uns Sorgen um Italien, nachdem die Italiener ein Parlament ohne klare Mehrheiten gewählt hatten. Ende März fürchteten wir um Zypern, weil das fehlgeleitete Krisenmanagement der Europäischen Union das Vertrauen in die Sicherheit von Bankeinlagen in der gesamten Eurozone erschüttert hatte.
Nun, Anfang April, müssen wir wegen Portugal nervös werden, da das Verfassungsgericht des Landes große Teile des von der Regierung vorgelegten Haushalts 2013 für verfassungswidrig erklärte. Wir müssen überdies um Frankreich bangen, da die Regierung von Präsident François Hollande, in politische Skandale verwickelt, sich als unfähig erweist, sinnvolle Reformen umzusetzen.
Wenn Ihnen das immer noch nicht den Schlaf raubt, können Sie sich Gedanken darüber machen, ob Malta möglicherweise eines der nächsten Opfer
08.04.2013 02:07
Geschwächt durch ihre Gespaltenheit: warum die Anti-Euro-Bewegungen nicht gewinnen können
Wenn nach mehr als drei Jahren Agonie noch ein einziger überraschender Aspekt der Eurokrise verblieben ist, so ist dies das Fehlen einer europaweiten Anti-Euro-Bewegung. Vom fernen Südpazifik aus betrachtet, erscheint das merkwürdig. Es ist offensichtlich, dass der Euro nicht funktioniert. Noch deutlicher ist, dass die politischen Maßnahmen zu seiner Rettung ein völliger Fehlschlag sind.
Warum nehmen die Europäer also eine Dauerkrise immer noch einfach hin, statt ihre politische Führung geschlossen in den Vorruhestand zu schicken?
In Australien wurden Regierungen und Premierminister schon aus geringeren Gründen ausgewechselt, als weil sie die Wirtschaft eines ganzen Kontinents ruiniert und ganze Generationen zur Arbeitslosigkeit verdammt haben. In Europa hingegen mögen zwar einzelne Regierungen die nationalen Wahlen wegen der
02.04.2013 04:06
Nach Europas neuer Krise bleiben Verwirrung und Misstrauen
Wer in der letzten Woche die befremdlichen Versuche der regierenden Australischen Labor Party (ALP) beobachtete, ihre Führungskrise zu überwinden, musste den Eindruck gewinnen, dass die Strategen der Opposition kein besseres Drehbuch hätten schreiben können. Es gibt nur einen Trost für Labor: In puncto Selbstzerstörung ist die Europäische Union nicht zu schlagen.
Gegenüber dem EU-Zirkus um die Zypern-Rettung wirkt Labor wie eine disziplinierte Schlachtreihe. Für alle, die einen kontinentweiten Bank-Run riskieren, das wirtschaftliche Vertrauen untergraben und internationale Spannungen hervorrufen wollen, hat die EU soeben neue Maßstäbe gesetzt. Was eigentlich ein geringfügiges Problem einer winzigen Volkswirtschaft ganz am Rande Europa hätte sein sollen, ließ die EU zu einem Desaster für den ganzen Kontinent anwachsen.
25.03.2013 10:44
Die EU - ein Spiel ohne echte Regeln
Als ich das letzte Mal über Zypern schrieb, sah sich die Eurozone einem politischen und wirtschaftlichen Dilemma in ihrem kleinsten Mitgliedstaat gegenüber (Nur Gespensterfurcht schützt den kleinen Sünder Zypern, 28. Januar). Mit dem Bailout vom letzten Wochenende ist es Europas Politiker wieder einmal gelungen, eine schwierige Situation noch schlimmer zu machen.
Die „Abgabe“ für die zyprischen Bankkunden ist nicht das erste Mal, dass die EU ihre eigenen Regeln über Bord geworfen hat. Das allein wäre schon schlimm genug gewesen. Noch schlimmer ist, dass davon ein starkes Signal für alle Wirtschaftsteilnehmer in einer der schwächelnden Volkswirtschaften der Eurozone ausgeht: nur raus, solange du noch kannst!
Die gesamte Geschichte der Europäischen Währungsunion ist eine Geschichte der Rechtsbrüche um des politischen
22.02.2013 09:38
Gut, dass wir verglichen haben
Neuseeland hat ein Problem mit seinem starken Dollar. Seitdem der NZ$ gegenüber anderen Währung an Wert gewonnen hat, befürchten die Kiwis, dass ihnen ihre Absatzmärkte der Reihe nach wegbrechen. Dabei kann eine starke Währung sehr wohl mit Exporterfolgen einhergehen, wie das historische Beispiel der Deutschen Mark zeigt:
Stop whingeing - and get back to work
The National Business Review (Auckland), 22. Februar 2013
There is nothing better than a good comparison. Except a better comparison. I love comparing things, whether it is cities, cars, or countries. In my career, I have led a number of comparative research projects. Even my PhD thesis was in comparative law and economics on the issue of – wait for it – comparative advertising. If you called me a professional comparer I’d be relatively happy with this description.
As
16.02.2013 12:07
Brutale Daten zum Marsch des Westens in den Schuldenkrieg
Stellt man sich dem Thema des sich abzeichnenden weltweiten Währungskriegs, so kommt eine unangenehme Realität zum Vorschein: die Geldpolitik ist dem Westen als einzige Waffe geblieben, um die drohende Insolvenz zu verhindern. Bedauerlicherweise könnte diese Medizin eher den Patienten vernichten als die Krankheit.
Seit Beginn der globalen Finanzkrise beobachten wir Symptome der wirtschaftlichen Misere des Westens in überschuldeten und überbelasteten Regierungen. Wenn Sie jedoch bisher schon die Krise der Eurozone schlimm fanden und die Fiskalklippe der USA für einen Alptraum hielten, dann lassen Sie sich gesagt sein: Das war erst der Anfang. Die Haushaltprobleme der westlichen Länder sind so tiefgreifend, dass sie sich nicht durch ein paar Last-Minute-Absprachen in den frühen Morgenstunden lösen lassen.
Vor einigen Wochen
11.02.2013 04:13
Die Ironie hinter der deutschen Mini-Immobilienblase
Seit Jahrzehnten ähnelt der Versuch, die deutschen Immobilienpreise zu beobachten, dem Ansinnen, Farbe beim Trocknen zuzuschauen. Eigentlich war es sogar noch weniger aufregend.
Die Preise für deutsche Wohnimmobilien waren ein absolutes Nicht-Thema. Das hatte einen einfachen Grund: sie änderten sich nie. Viele andere Länder vor allem im englischsprachigen Raum verzeichneten einen starken Anstieg der Immobilienmärkte, zwischendurch mit großen Ausschlägen in beide Richtungen. Im Deutschland vor der globalen Finanzkrise konnte man dagegen Häuser zu den gleichen Preisen (mit Anpassung an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten) kaufen, die man schon Anfang der 1970er Jahre bezahlt hatte.
Dass die Hauspreise in Deutschland eine so langweilige Angelegenheit waren, hatte einleuchtende strukturelle Gründe. Dank einer flexiblen und
08.02.2013 21:05
The wrong kind of education
Should you ever wish to apply for a job where I will be the interviewer, this is the article you should read.
I am happy to reveal all the secrets about how I conduct job interviews safe in the knowledge that the vast majority of candidates will not read this column.
In fact, candidates would not have read anything I have ever written; they would not have the slightest idea about the job they are applying for; nor would they know anything about the organisation they believe should employ them.
That is because today’s graduates are brought up and educated to believe that their imagined intellectual brilliance and personal exceptionality will make up for everything else they are lacking. It’s the result of an education system that confers degrees and qualifications on young people without teaching them anything that would actually


