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  16.08.2014   12:02   Leserkommentare (im Wartemodus)

Donnerwetter! Hillarygate!

Donnerwetter. Das hätte ich unseren Jungs vom BND gar nicht zugetraut. Sie sollen Hillary Clinton abgehört haben? Und das im Flugzeug? Womöglich ihr Handy? Das grenzt ja fast an Angelagate. Hillary Clinton ist zwar keine Regierungschefin wie Angela Merkel sondern war nur Außenministerin. Aber sie könnte die nächste Präsidentin der USA sein. Sie auszuforschen wäre also eine proaktive Maßnahme. Ich kann meinen Ausruf der Überraschung und Bewunderung nur wiederholen: Donnerwetter.

Bis jetzt hatte ich befürchtet, dass unsere Politiker sich nicht nur zum Schein sondern allen Ernstes über die bösen Geheimdienste Amerikas beschwert haben, weil unsere eigenen zu brav oder zu naiv oder zu unfähig sind, um bei den Amerikanern zu spionieren. Ich habe zwar immer gehofft, dass die deutsche Empörung über die NSA eine gut gespielte...

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Kategorie(n): Ausland 

  14.08.2014   15:19   Leserkommentare (5)

Verstehe einer die Mathematikerinnen

Miryam Mirzakhani hat im Iran sehr erfolgreich Mathematik studiert. Und das als Frau. Im Land der Mullahs. Also in einem Land, deren Genderpolitik nach Berliner Maßstäben extrem verbesserungsfähig ist. Wenn es dort eine Frauenquote geben sollte, dann wohl eher eine mit negativen Vorzeichen. Die Idee, ein Drittel der Aufsichtsräte mit Frauen zu besetzen, würden die Mullahs als Teufelswerk verdammen. Und gibt es in Teheran überhaupt öffentliche Toiletten für Emanzipierte aller Art?

Wie konnte es Miryam Mirzakhami in diesem genderpolitisch unterbelichteten Land so weit bringen, dass sie in die USA eingeladen wurde, um an der Harvard-Universität ihren Master und Doktor der Mathematik zu machen?

Wie konnte es dieser armen Frau gelingen, sich aus dem iranischen Sumpf der Frauenunterdrückung so sehr zu befreien, dass sie in jungen...

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Kategorie(n): Kultur 

  23.07.2014   20:26   Leserkommentare (6)

Die Not der Tunnelbauer

Zu den Ungerechtigkeiten des Nahostkonflikts gehört, dass immer wieder Zweifel an dem ökonomischen und technologischen Leistungswillen der Palästinenser geäußert werden. Dabei wird völlig übersehen, dass die Palästinenser des Gazastreifens heute zu den tüchtigsten und geschicktesten Tunnelbauern der Welt gezählt werden müssen.

Sie haben die traditionellen Eliten des Bergbaus, seien sie im Ruhrgebiet, seien sie in Südafrika, um Längen überholt. Vor allem haben sie dem Bohren dicker Löcher ins Erdreich eine völlig neue, postindustrielle Zielrichtung gegeben.

Palästinänsertunnel dienen nicht mehr den alten Industrien wie Kohle oder Goldabbau, sondern zeitgemäßeren Aktivitäten wie dem Terroristenschmuggel nach Ägypten und dem Raketenbeschuss auf Israel.

Hier haben es die Spezialisten des Gazastreifens unter der...

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Kategorie(n): Ausland 

  22.07.2014   22:49   Leserkommentare (1)

Versuch einer Entschuldigung

Das Spiegel-Interview mit Christian Wulff war das beste, das ich dort seit langem gelesen habe. Ein klarer Sieben-zu-eins-Sieg für den aus dem Amt gehetzten Bundespräsidenten. Sieben zu eins? Wieso eins? Der Spiegel hat es auch in den letzten Spielminuten nicht geschafft, dem Gesprächspartner den Ball ins Netz zu setzen. Sieben zu Null also.

Besonders interessant fand ich die Passage, in der andeutungsweise über die Möglichkeit gesprochen wurde, dass Medienvertreter sich bei ihm entschuldigen könnten. Es wurde schnell klar, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist und von Wulff auch nicht erwartet wurde.

Warum haben wir Journalisten solche Probleme, uns zu entschuldigen? Liegt es daran, dass wir von Hause aus immer recht haben? Handelt es sich um eine kulturell erworbene Behinderung? Oder gar um einen genetischen Defekt?

Ich...

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Kategorie(n): Inland 

  17.07.2014   21:45   Leserkommentare (5)

Das wollen Gauchos sein?

Wird man die Schande des Berliner Gaucho-Tanzes jemals wieder gutmachen können? Würde eine offizielle Entschuldigung des deutschen Bundespräsidenten bei Frau Kirchner in Buenos Aires ausreichen? Oder ein Kniefall? Oder werden wir im Zeitalter von Google und Youtube für alle Ewigkeit mit dem bedauerlichen Bild leben müssen, das die deutschen Weltmeisterkicker abgaben, als sie vor Millionen, um nicht zusagen: vor Milliarden Zuschauern in diskriminierend geduckter Tanzhaltung die armen Argentinier brutalst möglich verhöhnten?

Die Schande begann ja schon damit, dass man die Argentinier in ihrer Gesamtheit als Gauchos bezeichnete. Wo doch jeder weiß, dass nur eine kleine Minderheit der Argentinier Gauchos sind. Die meisten Argentinier sind doch anderweitig beschäftigt. Sie tanzen zum Beispiel Tango und spielen das Bandoneon.

Aber...

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Kategorie(n): Inland  Kultur  Bunte Welt 

  14.07.2014   23:51   Leserkommentare (3)

Rache für den Holocaust

Die Sache ist nicht neu, und ich mach’s auch kurz. Aber da immer wieder der gleiche Mechanismus greift, muss man es ab und zu wiederholen: Wir können den Juden auch 70 Jahre danach den Holocaust nicht verzeihen.

Mit ihrer Vernichtung haben uns die Juden bekanntlich übel mitgespielt. Sie haben sich zu Millionen umbringen lassen, nur damit wir Deutschen ein dauerhaft schlechtes Gewissen bekommen. Ein fieser, typisch jüdischer Trick.

Nach dieser Gemeinheit ist es kein Wunder, dass wir im Nahostkonflikt dem Staat Israel gerne die Rolle des Bösen geben und den Palästinensern die Rolle der armen Opfer. Wer einmal von den Juden so reingelegt worden ist wie wir Deutschen, der kann nicht verlangen, dass wir Verständnis für die Probleme des heutigen Israel haben.

Dass die permanente Israelkritik ihre Berechtigung hat, kann man schon...

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Kategorie(n): Inland 

  09.07.2014   23:55   Leserkommentare (5)

Tränen der Verzweiflung

Schon wieder gibt es einen Spionageskandal. Nach den beiden verdächtigen Deutschen, die für US-Geheimdienste gearbeitet haben sollen, sehen wir uns nun mit einem sehr viel weiter reichenden Skandal konfrontiert. Aus mehreren Quellen ist zu erfahren, dass Deutschland offenbar keinerlei Spionageanstrengungen in den USA anstellt. Das ist, meine ich, eine unglaubliche Enthüllung.

„Bei Freunden spioniert man nicht,“ ist der programmatische Satz, mit dem mehrere deutsche Politiker unsere spionagetechnische Untätigkeit begründen. Und es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass dieser Satz nicht ernst gemeint sein könnte. Es ist allerdings ein Satz aus demWolkenkuckucksheim.

Einerseits unterstellt diese Bemerkung, dass es zwischen Staaten eine romantische Freundschaft, ja womöglich eine große Liebe wie zwischen Romeo und Julia gibt....

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Kategorie(n): Inland 

  04.07.2014   13:50   Leserkommentare (2)

Rocktage

Wann gibt es endlich den Tag des Rocks in Deutschland? Ich google verzweifelt und finde unter Rock in Deutschland immer nur Musik. Da ist Frankreich mit seinem Aktions-Tag, an dem ein paar hundert Jungs mit Röckchen zur Schule gegangen sind, doch deutlich weiter. Sie haben den Rock aus dem Mick-Jagger-Getto herausgehoben und zur Ikone des Gender-Kampfes erhöht. Während wir wieder ohne Rock hinterher hinken.

Nun ist der französische „Tag des Rocks“ nicht das erste Kapitel des Geschlechterkampfes mit Hilfe des Beinkleids. Vor fünfzig Jahren ging es noch um die Hose. Damals wurden Mädchen, die in Hosen, womöglich gar in Jeans, zur Schule kamen, in Schimpf und Schande nach Hause geschickt, wo Mutter schon mit dem Plisseerock wartete. Neulich, in einem Hotel, habe ich eine ganze Busladung voller Frauen der Hosenkampf-Jahrgänge...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt