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  17.02.2015   10:50   Leserkommentare (5)

Der T.- und - A. - Neid

Hier ein überfälliges Lob für die Grünen, die mit zwei exzellenten sprachlichen Beiträgen die politische Debattenkultur wieder einmal deutlich angehoben haben. Da wäre einmal der Vollpfosten zu nennen, der in diesen Tagen gleich zweimal zur Sprache kam. Und dann sind da die Titten und der Arsch, den die emanzipatorische Frauenpartei ebenfalls in die Debatte geworfen haben.

Zur Erinnerung: Es begann damit, dass der Hamburger Grünen-Politiker Michael Kellner einige nicht näher bezeichnete CSU-Politiker als Vollposten bezeichnete. Damit machte er Schule. Denn Tags darauf griff der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki das Wort auf und ernannte den südwestdeutschen Grünen-Politiker Jörg Rupp zum Vollpfosten. Dieser wiederum hat sich den Vollpfosten-Titel erworben, indem er der Hamburger FDP-Politikerin Katja Suding vorgeworfen hat, sie...

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Kategorie(n): Inland 

  15.02.2015   22:41   Leserkommentare (4)

Lachen ist lebensgefährlich

Braunschweig gehört nicht zu den höchsten Hochburgen des deutschen Karnevals. Da denke ich eher an Münster. Denn dort singt man in diesen Tagen: „Westfalenland, Westfalenland ist wieder außer Rand und Band.“ Aber wer weiß, vielleicht wäre ja auch Braunschweig außer Rand und Band, wenn den Braunschweigern ein Möchtegern-Terrorist nicht den Spaß verdorben hätte.

Islamistische Extremisten sind die schlimmsten Spaßbremsen unserer Tage. Sie greifen vor lauter Humorlosigkeit sogar zur Waffe und zur Bombe. Oder haben sie nur einen besonders vertrackten Humor? In Dänemark beendete einer eine Debatte über die Meinungs- und Humorfreiheit mit tödlichen Schüssen. Das war eine klare Ansage: Wir dulden keinen Humor. Wer lacht, wird erschossen. Aus diesem Grund leisteten ja auch die Kölner Karnevalisten vorauseilenden...

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Kategorie(n): Inland 

  11.02.2015   17:29   Leserkommentare (4)

Männer im Herrensitz

Zugegeben: In der Ukraine geht es um Krieg und Frieden und in Griechenland um den Euro. Aber wir sollten darüber nicht die wichtigen gesellschaftspolitischen Entwicklungen aus dem Auge verlieren. Sie kommen, wie meistens, aus Amerika. Im aktuellen Fall meine ich den Konflikt, der, wie ich in meiner Zeitung lese, in New York um das so genannte „man spreading“ ausgetragen wird.

Der Kampf gegen das „man spreading“ ist die neueste Stufe einer Auseinandersetzung, die mit dem Sitzzwang für Männer auf den Toiletten begann. Auch diese Auseinandersetzung hatte ihren Anfang in Amerika und schwappte von dort zu uns herüber. Inzwischen hat sie sich weitgehend erledigt. Der neue Mann hinterlässt diesseits und jenseits des Atlantik kaum noch eklige Plätschertropfen.

In einer ersten Stufe hat er die Lektion gelernt, dass man vor dem...

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Kategorie(n): Bunte Welt 

  06.02.2015   20:28   Leserkommentare (3)

Die Angst des Gläubigers beim Elfmeter

Ehe ich zu Griechenland komme, möchte ich an einen der größten Irrtümer der Gegenwartsliteratur erinnern: Peter Handke lag völlig daneben, als er einer seiner Erzählungen die Überschrift gab: „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter.“ Wenn einer beim Elfmeter keine Angst haben muss, dann ist es der Torwart. Angst hat einzig und allein der Elfmeterschütze. Was das mit Griechenland zu tun hat, sag ich gleich.

Bleiben wir zunächst beim Elfmeter. Was ist das Schlimmste, das dem Torwart passieren kann? Dass er den Elfer nicht hält. Dann wird man sagen: So ist das nun mal beim Elfmeter. Die sind schwer zu halten. Keiner macht dem Tormann einen Vorwurf. Hält er aber den Elfmeter, ist er ein Held. Man klopft ihm auf die Schulter und sagt: Toll gemacht. Also: Nicht schlimm oder Held. Wenn das keine Win-Win-Situation ist. Handke...

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Kategorie(n): Wirtschaft 

  29.01.2015   23:23   Leserkommentare (2)

Und als nächste sind die Tanzmariechen dran

Nach der Lektüre des neuen Houellebecq-Romans finde ich es nicht überraschend, dass der Kölner Karneval beim Rosenmontagszug auf ursprünglich geplante islamkritische Witzfiguren verzichtet.

Ich hätte wahrscheinlich genauso gehandelt. Bei so großen Menschenansammlungen ist nun mal Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Aber es zeigt auch, wie weit es mit uns gekommen ist. Ich will nicht gleich von „Unterwerfung“ sprechen, aber eine kräftige Prise Unterwürfigkeit ist es doch. Klugheit und Feigheit haben nun mal eine gewisse Schnittmenge.

An katholische Witzfiguren hat man sich im hillige Kölle durchaus schon herangetraut, wenn auch behutsam wie die Igel bei der Paarung. Humorlose Katholiken stürzen sich ja auch nicht gleich mit Schnellfeuergewehren auf die Humorproduzenten. Das tun nur Islamisten. Da verzichtet man schon...

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Kategorie(n): Inland 

  26.01.2015   12:30   Leserkommentare (1)

Der Norden gegen den Süden. Und umgekehrt.

Hier aus aktuellem Anlass ein paar Bemerkungen über Nordsüdkonflikte. Sie müssen nichts bedeuten. Aber die Spannungen zwischen Berlin und Athen regen nun mal die Phantasie an.

Schließlich sind Nord-Süd-Konflikte uralt. Der dramatischste herrscht(e) zwischen Europa und Afrika. Die Folgen des Kolonialismus sind in dem Südkontinent nicht überwunden. Aber Afrika benutzt die Geschichte der nördlichen Unterdrückung längst als billige Ausrede für eigenes Versagen.

Auf dem amerikanischen Doppelkontinent gilt der nördliche Riese USA als böser Hauptschuldiger an den Miseren und an dem Versagen lateinamerikanischer, also südlicher Staaten. Die Vereinigten Staaten selber haben sich sogar einen fürchterlichen Bürgerkrieg geleistet, weil die südlichen Baumwoll- und Sklavenstaaten und die nördlichen Industrie- und Handelsstaaten...

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Kategorie(n): Inland 

  24.01.2015   04:00   Leserkommentare (3)

Schreiben, was ist

Als gelegentlicher Achse-Autor lese ich mit Verblüffung, dass in diesem von mir geschätzten Blog plötzlich eine Frage aufgetaucht ist, die in gebildeten Kreisen wohl so formuliert würde: Quo vadis, Achse? Ich habe auf diese Frage eine ganz persönliche Antwort. Sie hat damit zu tun, wie ich Journalismus gelernt habe. Es ist schon lange her, aber die erste Journalistenregel, die ich gelernt habe und die ich unverändert gut finde, geht so:

Schreib, was ist.

Also nochmal zum Mitschreiben: Schreib, was ist.

Nicht gelernt habe ich: Lieber Reporter, geh mit einem fertigen Weltbild los und schreib nicht, was ist, sondern schreib, was in dein Weltbild passt, und lass weg, was nicht rein passt.

Das wäre ja auch ein absurder Auftrag. Aber nicht so absurd, wie es scheint. Es gibt einen Journalismus, der die Fakten kräftig einfärbt,...

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Kategorie(n): Inland 

  13.01.2015   22:48   Leserkommentare (7)

Die Lösung des Klimastreits

Als blutiger Laie fragt man sich immer wieder, wie genau sich die weltanschauliche Wucht der Klima-Debatte erklärt. Die einen sagen: „Der Wandel ist gemessene Wissenschaft.“ Die anderen sagen: „Der Wandel ist gefühlte Religion.“ Wie kann das sein? Woher kommt diese verbissene Heftigkeit? Woher auf beiden Seiten die so feste Überzeugung, Recht zu haben? Und was stimmt denn nun? Oder konkreter: Wird Holland nun untergehen oder können wir auch in hundert Jahren noch Oude Genever am Amsterdamer Leidseplein genießen?

Ich habe – endlich – die Lösung gefunden.

Der Augsburger beziehungsweise Neusäßer Meteorologe Klaus Hager liefert sie in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen. Und es ist eine wunderbar einfache Lösung: Schuld sind die Thermometer. Die elektronischen Thermometer, die vor zwanzig Jahren...

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Kategorie(n): Klima-Debatte