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  22.05.2015   10:00   Leserkommentare (im Wartemodus)

Der Passauer Fensterl-Kulturkampf

Die Gendergemeinde kann aufatmen. Die Passauer Universität hat dieser Tage ein klares Fensterl-Verbot ausgesprochen. Eine Zeitlang sah es so aus, als könnten die Sportstudenten dieser altbayerischen Stadt tatsächlich einen Fensterlwettbewerb durchführen. Es kommt nicht dazu. Der Fensterlwettbewerb musste abgesagt werden, weil er – so die Gleichstellungsbeauftragte der Uni - die Frauen zu Sexobjekten degradiert hätte. Zweifellos eine zeitgemäße Entscheidung, auch wenn man beim ehrenwerten Handwerk der Fensterbauer und vielleicht auch bei den Herstellern von Leitern den Verzicht auf diese werbewirksame Aktion bedauern mag.

Allzu hart stießen hier uraltes bayerisches Brauchtum und neuzeitliche Genderpolitik aufeinander. Das Brauchtum musste auf der Strecke bleiben. Leichen des Traditionellen pflastern nun mal den Weg der...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

  16.05.2015   23:12   Leserkommentare (6)

Die Briten sind Europas reifste Demokraten

Alle reden von Griechenland, aber was ist mit England? Warum vergeuden die Spitzenpolitiker Europas Unmengen an Zeit, Energie und Gehirnschmalz, um ein niedliches Ländchen am Rande Europas, das mit Geld nicht umgehen kann, rauszuhauen? Und der drohende Austritt eines der wichtigsten Länder der Europäischen Union löst nur stummes Staunen aus. Was ist das? Schockstarre, weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Oder sind zu viele Politiker aufs altsprachliche Gymnasium gegangen, so dass ihnen Homer näher ist als Adam Smith und Churchill?

Das verstehe, wer will. Bei halbwegs realistischer Gewichtung kann uns die große griechische Tragödie, die ja eigentlich eine Komödie ist, ziemlich wurscht sein. Dagegen trifft das politische Abenteuer, das uns die Briten vorführen, nicht nur mitten ins Herz des Königreichs, sondern mindestens...

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Kategorie(n): Ausland 

  15.04.2015   21:47   Leserkommentare (1)

Micky-Mouse-Häuser mit Ausblick auf den Harlem-River

Der Plan war nicht so kühn wie er auf den ersten Blick erscheint: „Komm, wir machen einen Spaziergang in der Bronx.“

Der New Yorker Stadtteil Bronx ist besonders gefürchtet, seit Tom Wolfe dem Ort in seinem „Fegefeuer der Eitelkeiten“ eine schaurige Hauptrolle gegeben hat. Nicht ohne Grund: In der South Bronx findet man die wildesten Slums der Stadt. Harlem, einst auch ein Furcht einflößender Name, ist inzwischen streckenweise geradezu schick geworden. Um in „unsere“ Bronx zu gelangen, nimmt man allerdings nicht den berühmten „A Train“, der nach und durch Harlem führt, sondern die U-Bahn Nummer eins.

Auch für die Bronx gilt eben, was für ganz Amerika gilt: Bronx ist nicht gleich Bronx. In Riverdale, im Nordwesten des einzigen New Yorker Festland-Stadtteils, fühlen sich sogar Millionäre wohl und sicher und...

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Kategorie(n): Ausland 

  06.04.2015   19:55   Leserkommentare (8)

Billig fliegen mit Voodoo

Gegen einen Irren, der seine Maschine an einen Berg fliegt, helfen – wenn überhaupt – nur ganz spezielle Rezepte. Eines könnte heißen: Besser aufpassen, wen man ins Cockpit lässt. Aber hinterher ist man immer klüger. Ich habe ein ganz anderes Problem mit der Fliegerei. Mein leichtes Unbehagen ist religionswissenschaftlicher Natur. Ich misstraue nämlich einer modernen Glaubensrichtung, die ich BWL-Voodoo nennen möchte.

Ja, genau. Betriebswirtschaftslehre mit Beschwörungscharakter. Diese neue Schule der Betriebswirtschaft macht aus einer ohnehin nicht ganz exakten Wissenschaft eine Religion, deren wichtigster Glaubenssatz heißt: Es geht billiger und zugleich besser. Mit anderen Worten: Mach das, was du herstellst oder als Dienstleistung anbietest, billiger und mach es trotzdem besser. Mach also Silber so billig wie Blei und...

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Kategorie(n): Inland 

  01.04.2015   18:59   Leserkommentare (11)

Die Ungleichheit der Frauen

Hier ein paar abwegige Bemerkungen zur Ungleichheit von Mann und Frau. Wir sind ja gerade mal wieder daran erinnert worden, dass Frauen weniger Geld verdienen als Männer. Zu den vielen Gründen, die für diese alte Geschichte herangezogen werden, gehört auch der Hinweis, dass Frauen die „falschen“ Berufe wählen. Ein Teil des Problems wäre gelöst, so heißt es, wenn mehr Frauen Ingenieure würden, weil Ingenieure mehr Geld verdienen als Krankenschwestern. Die Ungerechtigkeit würde also enden, wenn Frauen die besser bezahlten Berufe wählten. Wenn sie sich vom Menschlichen (Krankenschwester) weg ins Technische (Ingenieur) umerziehen ließen. Das stimmt wohl, ist aber ein klassischer Kurzschluss.

Denn warum wählen junge Frauen die „falschen“ Berufe wie Krankenschwestern, Friseurinnen, Altenpflegerinnen? Und warum wählen...

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Kategorie(n): Kultur 

  23.03.2015   11:00   Leserkommentare (5)

6 Sekunden und die schöne Frau im Lokal

Neulich lief eine schöne Frau durch das Lokal, in dem ich Graved Lachs und Reibedatschi (Reibekuchen) aß. Sie war groß, schlank und wohlproportioniert. Das konnte ich erkennen, weil sie keine Burka sondern ein ebenfalls schönes, enges und kurzes Kleid trug. Da ich neulich gelesen habe, dass schon der „freche Blick“ den Tatbestand der sexuellen Belästigung erfüllt, beschloss ich nicht hinzuschauen. Es ist mir nur halb gelungen.

Der Gang der Schönen durchs Lokal dauerte nach meiner Berechnung sechs Sekunden. Drei Sekunden lang – das kann ich mit Stolz sagen – habe ich nicht hingeschaut sondern weggeschaut. Bei den drei Sekunden, die ich doch hingeschaut habe, handelte es sich um die ersten eineinhalb und die letzten eineinhalb Sekunden ihres Durchgangs.

Die ersten eineinhalb Sekunden kann man noch als normales, ja nahezu...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

  22.03.2015   11:00   Leserkommentare (2)

Die Antwort liegt in Entenhausen

In Krisenzeiten empfiehlt es sich, auf große historische Vorbilder zu schauen. Dies gilt auch dann, wenn die Lehre, die sie bieten, ernüchternd ist. Im gegenwärtigen finanzpolitischen Chaos lehren uns Carl Barks und seine kongeniale deutsche Mitstreiterin Erika Fuchs anhand mehrerer Enten, dass es ewige, für Fortschrittsgläubige leider enttäuschende Wahrheiten gibt. Soll man also „ächz, seufz, stöhn“ sagen, wie man es in Entenhausen formulieren würde?

Zwei Entenhausener, Donald Duck und sein Onkel Dagobert, sollen hier beispielhaft betrachtet werden, weil sie die äußeren Pole des Kapitalismus und damit den Kern unserer aktuellen Probleme markieren. Wie verhalten sie sich in der Doppelkrise, also angesichts der extremen Niedrigzinspolitik und als Betroffene der fortdauernden internationalen Finanzkrise?

Nun, Donald Duck...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur  Wirtschaft 

  14.03.2015   14:03   Leserkommentare (im Wartemodus)

Obama verwählt sich

Das neue Rote Telefon

Obama: „John? Wie weit sind Sie mit dem roten Telefon?“

John Smith: „Moment. So. Fertig, Mr. President.“

Obama: „Danke, John. Es wurde auch Zeit. Die Gefahr einer atomaren Konfrontation wächst von Tag zu Tag. Das alte rote Telefon ist ja leider entsorgt worden.“

John Smith: „Man glaubte eben an den ewigen Weltfrieden. Das Ende der Geschichte. Macht aber nichts. Dafür haben Sie jetzt ein brandneues rotes Telefon.“

Obama: „Danke John. Dann will ich es gleich mal ausprobieren.“

John Smith: „Goodbye, Mr. President. Und viel Spaß mit dem neuen roten Telefon.“

Obama: „Michelle? Hast du die Durchwahl von Putin?“

Michelle Obama: „Einen Moment, Barack. Nein, ich hab nur die Nummer der Zentrale.“

Obama: „Ok. Muss genügen. Dann versuch ich die mal.“

Kreml: „Guten...

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Kategorie(n): Ausland