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01.05.2013 16:24
Silvis Culture Club (38): Hilfe, wir suchen einen Koch!
Berlin, einst als Hauptstadt der Currywurst und Chinapfanne belächelt, steht vor einem völlig neuen Problem: Der Hauptstadt gehen die Küchenchefs aus. Nicht die für die Chinapfanne, aber die für die richtig guten Restaurants. Ohne Headhunter geht da nichts mehr. Verglichen mit der Auswahl eines Küchenchefs für das Restaurant „Quadriga“ im 5 Sterne-Hotel „Brandenburger Hof“ erscheint die Papstwahl als kleine, harmlose Veranstaltung. Denn natürlich tritt nicht nur ein Kandidat an, sondern mehrere.
Die Freude ist deshalb groß: Philipp Jay Meisel ist da! Ein imposanter Lebenslauf – Meisel hat unter anderem im „First Floor“ in Berlin, im „Le Gavroche“ in London“, im Münchner „Tantris“ und bei Johann Lafer im „Val d’Or“gearbeitet – reicht den hohen Ansprüchen von Hotelbesitzerin Daniela Sauter und
18.04.2013 23:03
Silvis Culture Club (37): Salzburger Reisetagebuch – Wir Ösis verkleiden uns nicht!
In Salzburg gibt es nicht nur Mozart und seine Kugeln. Deshalb widmen wir uns der Tracht: Salzburg für Fortgeschrittene! Heute gibt’s ja in jedem besseren Discounter ein Polyesterdirndl zum Schleuderpreis, weshalb wir uns an Originalorte der Originale begeben. Sozusagen ein Branchenreport. Zwar ist ein Aldi-Dirndl besser als keines, aber noch besser ist natürlich eines, das mit Herz und Handarbeit punktet. Angefangen hat das Dirndl mal ganz klein und es von der Arbeitskleidung bis zum ballfeinen Outfit geschafft - diese Entwicklung hat das Dirndl fast allen Kleidungsstücken voraus. Weil man damit immer angezogen ist – so erklären es sich die Liebhaber der Tracht.
In Österreich erleben schöne Trachten gerade eine kleine Renaissance. Zum einen ist so ein Dirndl ein Klassiker, den man getrost ein paar Jahrzehnte im Schrank
15.04.2013 03:25
Silvis Culture Club (36) Salzburger Reisetagebuch - Auf dem lauten Lande.
Berlin, ick vermisse dir. Ich erwache in einem Hotelbett in Elixhausen nahe Salzburg. Nicht freiwillig. Es ist Sonntag, sieben Uhr morgens und die Kirchenglocken läuten mit einer Aufdringlichkeit, dass man meinen könnte, es wäre Feueralarm. Aber es ist nur der Tag des Herrn. Weiterschlafen unmöglich. Ich liebe gottlose Städte! Nie hätte ich gedacht, dass mir Berlin auf Reisen einmal so fehlen würde.
Vor Erfindung der Armbanduhr war eine Kirchturmuhr bestimmt eine tolle Sache. Das penetrante Läuten erinnerte die Menschen daran, dass Zeit zum Aufstehen, Schlafengehen, Weihnachten feiern oder Sterben war. In Elixhausen lehrt mich der Terror-Lärm, dass meine Entscheidung, mit Erreichung der Volljährigkeit aus der katholischen Kirche auszutreten, richtig war.
Die Kirche hat Österreich fest im Griff, man kann es Tradition nennen
13.04.2013 02:51
Culture Club (36) Salzburger Reisetagebuch - Bambi für untendrunter
Richtige Männer schießen sich ihre Unterhosen selbst! Herr Hipp zum Beispiel, der von der Babykost, macht das, erzählt man sich in Salzburg. Für eine Rehlederunterhose braucht man vier Rehe, das erscheint dem Laien viel, aber man kann nur die Bauchseite des Tieres verwenden. Vier Rehe für ein Halali. Halleluja. Aus dem großen Rest kann der Jäger dann eine Handtasche für die Gattin machen lassen, Bambi ist also nicht umsonst gestorben, verschwendet wird nichts.
Das gute Stück für darunter kostet bei „Jahn-Markl“, einem im Jahr 1408 gegründeten Unternehmen in der schönen Mozartstadt, 450 Euro. Für eine Unterhose! Richtig sexy ist sie nicht, meist wird sie in einer schlichten Boxershortvariante gearbeitet, ohne praktische Eingrifftasche. Die Rehlederunterhose hat einen großen Vorteil, an den Normalsterbliche beim
08.04.2013 17:18
Silvis Culture Club (35): Fuck The Emancipation!
Der US-Präsident hat ein bis zwei mittelgroße Probleme. Was hat der Mann gemacht? Er hat einer schönen, schlauen, erfolgreichen Frau, der kalifornischen Generalstaatsanwältin Kamala Harris, ein Kompliment gemacht, sie als „bestaussehende Generalstaatsanwältin“ bezeichnet.
Uiiii!!!!
Sofort ging der Twitter-Shitstorm los. Die Frau selbst, eine Freundin des Präsidenten, hat sich nicht beschwert, aber mal ehrlich: Wen kümmert das bei einem Shitstorm? Der US-Präsident hat sich sofort entschuldigt, jetzt muss er nur noch Problem zwei lösen: Seiner Ehefrau rutschte im Fernsehen heraus, dass sie alleinerziehend sei. Quasi alleinerziehend, konkretisierte sie. Auch das brachte ihr im Internet wenig Lob ein. Man fragt sich, wer von beiden im Weißen Haus die größeren Probleme hat. Und was im Leben von Frauen schief läuft, die
04.04.2013 19:20
Silvis Culture Club (34): Keep on running
Da ich in einer völlig verarmten Stadt namens Berlin lebe, freue ich mich stets über Nachrichten aus meinem goldenen Wien. Dort gibt es jetzt eine Fußgängerbeauftragte und in der Folge muss die sich natürlich etwas ausdenken, um im Geschäft zu bleiben andernfalls ihre Planstelle bei der nächsten Sparwelle der Stadt Wien vermutlich wieder abgeschafft wird. Deshalb sind nun „Geh-Highways“ geplant! In Wien, der Stadt der Gemütlichkeit. Sehr mutig, wo doch die halbe Nation am liebsten auf dem Sofa liegt und Apfelstrudel isst.
Ein Geh-Highway ist die Renaissance des guten, alten Gehsteigs, auf dem der Wiener sich seit Erfindung der Stadt von A nach B bewegt. Aber natürlich deluxe. Gehsteig 3.0. Oder sogar 4.0, das weiß man nie so genau. Im Grunde geht es darum, dass man wieder ohne große Hindernisse von A nach B gelangen soll.
19.03.2013 17:37
Auch Patienten haben Rechte
Recht und Gerechtigkeit gehören zu seinem Leben. Hansjörg Geiger war Staatsanwalt, Richter, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Präsident des Bundesnachrichtendienstes. Als Bundespräsident Joachim Gauck ihn im vergangenen November mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnete, sagte er in Erinnerung an Geigers Tätigkeit als Direktor des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR: „Es war für mich faszinierend zu sehen, dass Demokratie, wie ich es immer schon gehofft hatte, auch ohne Kungelei funktionieren konnte, einfach auf den Wegen des Rechts.“
Am neuen Patientenrechtegesetz, das die meisten von uns vermutlich erst dann im Detail interessieren wird, wenn es fast zu spät ist, hat der 60Jährige mitgewirkt. Er hat in unzähligen Fachkreisrunden beraten, Details
03.03.2013 21:28
Silvis Culture Club (33) Salzburger Reisetagebuch – Die Geissens sind gelandet!
Mit dem Hubschrauber. Wie bescheiden. Eigentlich forderten sie noch einen weißen Tiger und sechs Harleys, aber da haben die Salzburger nicht mitgemacht. Sie haben einfach „Nein“ gesagt! In Wanne-Eickel oder Eickel-Wanne wäre das den Geissens bestimmt nicht passiert, da weiß man eben noch, wie Wohlhabende zu handhaben sind und dass Wünsche unverzüglich zu erfüllen sind. Ein Nein sind die Geissens nicht gewöhnt, da mussten sie ganz tapfer sein und vermutlich finden die Fernseh-Millionäre die Ösis jetzt ganz doof, aber da müssen wir Ösis halt durch.
Das Millionärs-Ehepaar hätte den Tiger und die Harleys natürlich aus der eigenen Schatulle bezahlen können, aber man wird und bleibt ja nicht reich, wenn man weiße Tiger finanziert. Vermutlich kommen die Geissens jetzt nie wieder nach Salzburg, aber ich habe dort einige


