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  01.10.2014   08:17   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (71): Mund halten und füttern!

Ich habe mal wieder alles falsch gemacht. Kürzlich habe ich einem kleinen Hund, der von einem größeren überfallen wurde, Mut zugesprochen, ich habe ihm zugeflüstert, dass er wieder in Sicherheit wäre und alles wieder gut wird. Dazu gab es Köstlichkeiten aus der Küche. Wenn ein kleiner Hund von einem großen attackiert wird, ist das schließlich so, als würde sich unvermutet der Yeti oder ein Bär auf einen stürzen. Wer da kein beherztes Frauchen oder Herrchen an der Seite hat, dem Gnade Gott. Der kleine Hund nahm meine tröstenden Worte klaglos hin (immerhin, er hat nicht gewinselt!). Aber ich muss ihn unendlich genervt haben, denn gerade lese ich: “Hunde wollen keine Gespräche”. Das hätte die Menschheit aber wirklich früher herausfinden können!

Die neuen Erkenntnisse stammen aus dem Fachmagazin “Behavioral Processes”,...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  12.09.2014   19:28   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (70): „Sad songs make me happy“.

In ihrem Heimatland Israel, in der Türkei und in Spanien ist sie längst ein Star, in Berlin brachte sie die Synagoge in der Rykestraße zum Jubeln. Yasmin Levy ist die erfolgreichste Vertreterin der Ladino-Musik, der Musik der sephardischen Juden. Sie singt zum Weinen schön und sagt: „Traurige Lieder machen mich glücklich.“ Ihr Publikum auch. Neben den üblichen Smartphone-Filmern war diesmal auch ein Mann dabei, der ein uraltes Aufnahmegerät (Steinzeit?) in die Luft hielt.

Yasmin Levys Berufswunsch als Kind: „Ich wollte Julia Iglesias werden.“ Herzschmerz, der wehtut und heilt zugleich. Verglichen mit ihren Weisen, die häufig mit spanischem Flamenco kombiniert sind, ist der portugiesische Fado eine fröhliche Karnevalsveranstaltung. Yasmin Levys Vater starb, als sie ein Jahr alt war- in seinen Liedern lebt er weiter, sie...

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Kategorie(n): Kultur 

  10.09.2014   18:05   Leserkommentare (im Wartemodus)

Silvis Culture Club (69): S.O.S. von der Alm: Hilfe, die Araber kommen!

Dieser Ort ist tosend. Millionen Touristen haben im Lauf der Jahrhunderte fasziniert an der kleinen Brücke gestanden und die Kraft des berühmten Wasserfalls gespürt, der durch Bad Gastein rauscht. Bad Gastein war einst das „Monte Carlo der Alpen“, die Liste der berühmten Badegäste, die das Wasser der weltberühmten Thermalquellen genossen, ist lang: Kaiser Franz Josef I., Kaiserin Elisabeth, Kaiser Wilhelm I., Fürst Bismarck, Grillparzer, Schubert, Schopenhauer, Wilhelm von Humboldt besuchten im 19. Jahrhundert Bad Gastein und empfahlen es ihren Freunden weiter.

Kaum ein Gast kommt heute noch, um drei oder vier Wochen die Schönheit der Natur zu genießen. Früher, da residierten Maharadschas, Könige, Künstler, Industrielle in den Grandhotels des zauberhaft schönen Ortes im Salzburger Land in Österreich. Man verreiste...

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Kategorie(n): Kultur 

  31.08.2014   17:08   Leserkommentare (im Wartemodus)

Silvis Culture Club (68): Zwischen Spinat und Smartphone - Wie man Mütter in den Wahnsinn treibt

Kinder nerven. Sie stellen jahrelang zermürbende Fragen und kaum sind sie groß, werden sie aufmüpfig und verlassen wenig später das Haus. Zurück bleiben Mütter, die auch noch Fragen hätten an das liebe Leben. Zum Beispiel: „War das jetzt alles?“ oder „Habe ich in den vergangenen 18 Jahren viele Fehler gemacht?“ Auch wichtig: „Wo sind diese 18 Jahre eigentlich geblieben? Und wie viele meiner 28-53 Falten verdanke ich meinem Kind?“ Leider werden diese mütterspezifischen Fragen nicht beantwortet. Das wäre ja auch noch schöner, schließlich antwortet das Leben auch dem Rest der Bevölkerung stets nur unzureichend und häufig kommen die Antworten in Form von Ohrfeigen.

Zwei Mütter haben das beinahe unendliche Leid zwischen Spinat und Smartphone analysiert. Jahrelang! Nächtelang! Herausgekommen ist „Der Brei und das...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  26.06.2014   23:22   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (67): Todesfalle Selfies

Haben Sie Rücken? Oder Knie? Wie altmodisch. Ich habe Tipperitis und eine Wischschulter im Anfangsstadium. Die Tipperitis-Symptome sind eindeutig – wie sonst nur bei Blinddarmdurchbruch oder Schnupfen. Weil auf meinem Notebook ein Zeichen „fehlt“, die Plastikverblendung ist schon vor langer Zeit abgefallen und ich habe keine Ahnung, welches Schriftzeichen mir dabei abhanden kam, ich vermisse nämlich keines, muss ich immer darum herum tippen. Die kleine Taste ist leider auch nicht nachzukaufen; vermutlich ist es billiger, ein neues Notebook zu kaufen. Durch die jahrelange Lücke haben die Finger meiner rechten Hand nun Tipperitis entwickelt. Aus Spanien kommt die Erfindung einer anderen neuen Krankheit, „Whatsappitis“ befällt Menschen mit Smartphone – also langfristig uns alle – und umschreibt Sehnenscheidenentzündungen...

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Kategorie(n): Kultur 

  23.06.2014   20:58   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (66): Eine Oase für die Handwerker von Manhattan

Ich habe eine Leidenschaft, ich lese mich für mein Leben gern durch Luxusimmobilien. Sie brauchen etwas im Salzkammergut oder in Dubai? Ein Schloss in Ungarn, halbwegs gut erhalten und bezahlbar? Oder doch lieber was Eigenes in Florida, um die Ersparnisse zu parken? Fragen Sie keinen Makler, fragen Sie mich!

Ich hab‘ da wieder was für Sie. Kein Schnäppchen, aber eine Immobilie, bei der die Freunde und Kollegen die Ohren anlegen werden. Ich interessiere mich nicht für Schnäppchen, die Jagd nach Sonderangeboten ist Strümpfen und Notebooks vorbehalten; bei Immobilien sollte man nicht knausrig sein. Manche Immobilien leben von ihren Swimmingpools, andere von ihrer Geschichte. Das Haus von Truman Capote in Sagaponack gehört dazu. Drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, 185 Quadratmeter Wohnfläche, großer Garten, 1,6 Hektar Land,...

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Kategorie(n): Kultur 

  20.06.2014   10:38   Leserkommentare (5)

Silvis Culture Club (65): Elite, Elite!

Die F.A.Z. rühmt sich gern als Elitezeitung, aber mit der Geographie hat man es dort offensichtlich nicht so. In einem Porträt über den wirklich wunderbaren Sänger Andreas .Gabalier lese ich: „Wenn man wissen möchte, was das für eine wundersame Karriere ist, die Gabalier da hingelegt hat, muss man mit Josef Adlmann sprechen, den backstage alle Sepp nennen. Er trägt an diesem Nachmittag eine königsblaue Goretex-Jacke und steht vor dem Neu-Isenburger Vereinsheim im Nieselregen. Der Steiermarker ist für die Promotion von Gabalier zuständig…“

Steiermarker sind in Österreich völlig unbekannt. Vermutlich meinte die Autorin „Steirer“, also jene Menschen, die in der schönen Steiermark leben. Wenn man nicht weiß, wie die Ureinwohner des fernen Nachbarlandes heißen – die meisten sprechen darüber und geben bereitwillig...

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Kategorie(n): Kultur 

  18.06.2014   12:07   Leserkommentare (im Wartemodus)

Silvis Culture Club (64): Anpfiff für die Buchstaben

Der Schriftsteller Stefan Zweig fand seine zweite Heimat Rio de Janeiro zum Sterben schön. „Mit jedem Tage habe ich dies Land mehr lieben gelernt und nirgends hätte ich mir mein Leben lieber vom Grunde aus neu aufgebaut, nachdem die Welt meiner eigenen Sprache für mich untergegangen ist und meine geistige Heimat Europa sich selbst vernichtet.“ Doch retten konnte ihn das Exil leider nicht. Stefan Zweig und seine Frau waren verzweifelt, auch der Zuckerhut konnte sie nicht trösten, sie begingen im schönen Rio Selbstmord. Heute erinnert Zweigs letztes Haus, das ein Museum ist, an ihn. Und ein neues Buch, in dem anlässlich der Fußball-WM 20 Persönlichkeiten Rios porträtiert werden (Merian Porträts Rio de Janeiro, Eine Stadt in Biographien von Ulrike Wiebrecht, 176 Seiten, 16,99 Euro).

Anpfiff für die Buchstaben! Fast 50 Jahre...

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Kategorie(n): Kultur