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  15.12.2014   13:20   Leserkommentare (im Wartemodus)

Silvis Culture Club (75): Flying plastic fantastic

Über den Wolken wird alles gut. Soarigami ist der neue Armlehnentrenner, der den Dauerstreit um die schmale Armlehne im Flugzeug beenden soll. Er verbreitert die Lehne ein bisschen und zeigt gleichzeitig unmissverständlich an, wo die Mitte ist (man merkt es sowieso am Ellenbogen, weil die Plastikkante sich in den Unterarm gräbt, wenn man zu weit nach links oder rechts rutscht). Das hat der Welt wirklich noch gefehlt! Vielleicht sollte man noch über eine umweltfreundliche Pappvariante nachdenken. Und eine Kindervariante mit Bastelset. Selbstverständlich darf auch der Luxusmarkt nicht vernachlässigt werden, wer nicht das Geld für die erste Klasse hat, hat bestimmt 100 Euro für die Kaschmirvariante. Auch beheizbare Armlehnentrenner wären eine gute Geschäftsidee. Soarigami erscheint als vernünftige Erfindung, nachdem sich die...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  10.12.2014   22:56   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (74): In die Berg’ bin i gern gern gern!

Berge verheißen den Menschen Aussicht (nach anstrengendem Aufstieg), sie drohen dem Übermütigen mit einer Schlucht und nur wer sich an die Regeln hält, wird in den Bergen glücklich, gar selig. Die anderen schauen sich die Berge häufig dann von unten an. Die ganz Schlauen von ganz unten, aus der Radieschenperspektive. Die Regeln der Gebirge diktiert allein die Natur, der Mensch ist hier nur Untermieter. Und hält er sich nicht an die Regeln, fliegt er raus, oder eben: runter.

Wenn Sie ein absturzsicheres, vernünftiges und imposantes Geschenk für einen Wanderer, Selfmade-Hirten oder Naturfreund suchen, hier ist es: „Sagenhafte Alpen“ (Verlag Knesebeck, 222 Seiten, 39,95 Euro). Die Texte sind zu vernachlässigen, da sie eine seltsame Mischung aus staatstragend und langweilig sind. Schreiben kann der Fotograf Bernd Römmelt...

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Kategorie(n): Kultur 

  03.12.2014   17:03   Leserkommentare (im Wartemodus)

Silvis Culture Club (73). Opa Kuckuck, was hast Du im Krieg erlebt?

Die alten Sachen da unten im Keller oder dort oben auf dem Dachboden – wer opfert einen halben Tag und sortiert Omas alte Kartons und Ur-Opas Erinnerungen aus? Es lohnt sich. Der Berliner Fotograf Martin Lengemann wurde von einer kleinen, alten Kiste inspiriert, sich auf die Spuren seines Urgroßvaters im Frankreich des Ersten Weltkriegs zu begeben. Heraus kam eine Westfront-Reportage für die „Welt am Sonntag“ und ein Abend, der am Donnerstag Berlin begeistern wird: „Die Narbe – Music from behind the Lines“. Am 4. Dezember spielt das Horenstein Ensemble (weitere Künstler des Abends: Barbara Krieger, Julien Salemkour und Manolo Palma) Musik von Komponisten, die als junge Männer der Welt ein paar exzellente Stücke schenkten, bevor sie ihren Rucksack schulterten und in den Krieg ziehen mussten. Sie kamen nie zurück.

Karten...

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Kategorie(n): Kultur 

  28.11.2014   09:59   Leserkommentare (2)

Silvis Culture Club (73). Ein Berliner Treppenhaus ist kein Ponyhof

Heute im Morgengrauen in einem Berliner Treppenhaus: Frechheit! Ich wollte die Erste sein, da steht schon ein Mann da. 7.28 Uhr. Er hat den Wettlauf um den ersten Platz im/vor dem Wartezimmer eines begehrten Arztes gewonnen. Ich lande auf Platz zwei, dabei bin ich eine Stunde vor Praxisbeginn angekommen. Normale Termine vergibt die Praxis frühestens in drei Monaten, aber jeden Donnerstag ist vormittags „Freie Sprechstunde“ für freie Menschen, die ein medizinisches Problem haben und viel Zeit mitbringen. Da ich beim ersten Mal nur 20 Minuten vor Sprechstundenbeginn eintraf und rund 35 Menschen vor mir drankamen, habe ich mich diesmal morgens gesputet.

Eigentlich hatte ich kaum Zweifel daran, dass wir offiziell zwar in einem Gutmenschenland, in Wahrheit aber in einem der sozial Unterbelichteten leben – die letzten Zweifel wurden...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

  05.11.2014   21:28   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (72): Die biblische Fußwaschung des Joghurtbechers - und anderer grüner Unsinn

Ich mag Menschen, die den Selbstversuch nicht scheuen. Demnach sind meine lie-ben Achse-Kollegen Michael Miersch und Dirk Maxeiner meine grünen Helden. Sie sind so schön unaufgeregt und sachlich und das tut der grünen Sache, bei der die Menschen gern in Schnappatmung verfallen, sobald sich herausstellt, dass man ihre Meinung nicht teilt, gut. Sehr gut. Man kann sogar lächeln und lachen über grüne Denkansätze und Projekte! Jetzt haben die beiden ein Buch verfasst, das so dick ist, dass man es im Notfall einem zweifelnden Gegenüber, grün oder nicht, an den Kopf knallen kann. Vorher sollte man es allerdings lesen („Alles grün und gut? - Eine Bilanz des ökologischen Denkens“, Verlag Knaus, 384 Seiten, 19,99 Euro).

Es ist ja so, dass fast jeder gern grün und bio ist und die Steigerung von all dem Blödsinn ist vegan. Das ist...

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Kategorie(n): Kultur  Wissen 

  30.10.2014   10:34   Leserkommentare (2)

Wie kann man den Jesiden helfen?

Die IS hat im nordirakischen Sindschar-Gebirge tausende Jesiden eingekreist – es sind rund zehntausend Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen wollen. Die IS setzt auf Zeit: Wenn der Winter kommt, droht den Mitgliedern der religiösen Minderheit der Erfrierungstod. Martin Kranz, ein Unternehmer aus Weimar, seit 2004 der Intendant der Jüdischen Kulturtage Berlin, ist Koordinator der „Privaten Humanitären Flüchtlingsthilfe Nordirak”. Silvia Meixner hat mit ihm gesprochen.

Ein Unternehmer aus Weimar hilft verfolgten Jesiden – wie kam es dazu?

Martin Kranz: Ich saß am 27. August diesen Jahres mit Freunden bei einem Kaffee und sie haben mir vom Schicksal ihres Volkes im Nordirak berichtet. Bei diesem Gespräch war der Vorsitzende des Yezidischen Forums Minden, Samir Khalaf, dabei. Er und Achmad Bakir, ein jesidischer...

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Kategorie(n): Ausland 

  01.10.2014   07:17   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (71): Mund halten und füttern!

Ich habe mal wieder alles falsch gemacht. Kürzlich habe ich einem kleinen Hund, der von einem größeren überfallen wurde, Mut zugesprochen, ich habe ihm zugeflüstert, dass er wieder in Sicherheit wäre und alles wieder gut wird. Dazu gab es Köstlichkeiten aus der Küche. Wenn ein kleiner Hund von einem großen attackiert wird, ist das schließlich so, als würde sich unvermutet der Yeti oder ein Bär auf einen stürzen. Wer da kein beherztes Frauchen oder Herrchen an der Seite hat, dem Gnade Gott. Der kleine Hund nahm meine tröstenden Worte klaglos hin (immerhin, er hat nicht gewinselt!). Aber ich muss ihn unendlich genervt haben, denn gerade lese ich: “Hunde wollen keine Gespräche”. Das hätte die Menschheit aber wirklich früher herausfinden können!

Die neuen Erkenntnisse stammen aus dem Fachmagazin “Behavioral Processes”,...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt 

  12.09.2014   18:28   Leserkommentare (1)

Silvis Culture Club (70): „Sad songs make me happy“.

In ihrem Heimatland Israel, in der Türkei und in Spanien ist sie längst ein Star, in Berlin brachte sie die Synagoge in der Rykestraße zum Jubeln. Yasmin Levy ist die erfolgreichste Vertreterin der Ladino-Musik, der Musik der sephardischen Juden. Sie singt zum Weinen schön und sagt: „Traurige Lieder machen mich glücklich.“ Ihr Publikum auch. Neben den üblichen Smartphone-Filmern war diesmal auch ein Mann dabei, der ein uraltes Aufnahmegerät (Steinzeit?) in die Luft hielt.

Yasmin Levys Berufswunsch als Kind: „Ich wollte Julia Iglesias werden.“ Herzschmerz, der wehtut und heilt zugleich. Verglichen mit ihren Weisen, die häufig mit spanischem Flamenco kombiniert sind, ist der portugiesische Fado eine fröhliche Karnevalsveranstaltung. Yasmin Levys Vater starb, als sie ein Jahr alt war- in seinen Liedern lebt er weiter, sie...

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Kategorie(n): Kultur