Unterstützung für achgut

Archiv

Beiträge von  

15.08.2010   20:09

Trauen wir uns!

Die vielzitierte Politikverdrossenheit der Bürger entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Parteienverdrossenheit und handfeste Enttäuschung über die Politik, die die konservativ-liberale Regierungskoalition seit ihrem Amtsantritt ihren Wählern zumutet. Denn die Bürger sind erwachsen und realistisch genug, um zu begreifen, dass die Rundumversorgung des Wohlfahrtstaates angesichts exorbitanter Staatsverschuldung und dramatischer demografischer Lage nicht mehr finanzierbar ist. Anstatt Koalitionsgezänk und parteiinterner Ränkeschmieden erwarten sie endlich eine Politik, die dieser Realität mit Tatkraft begegnet und Reformen auf den Weg bringt – und nicht ständig über selbst vermasselte Neustarts jammert. Die Kanzlerin scheut sich weiterhin, den Bürgern mehr an Selbstbestimmung und Eigenverantwortung „zuzumuten“. „Die Kraft der Freiheit“ beschwört sie nicht hier, sondern wie letztes Jahr in weiter Ferne vor dem amerikanischen Kongress. Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass sie die Erfahrung mit dem sozialdemokratischen Partner in der großen Koalition tief berührt hat und sie ihm womöglich immer noch nachtrauert. Vom Aufbruch …

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

25.01.2010   14:34

Seyran Ates trifft den wunden Punkt

Seyran Ates: ‚Der Islam braucht eine sexuelle Revolution’, Ullstein Verlag, Berlin

Der Islam braucht eine sexuelle Revolution, fordert die Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates in ihrem jüngsten Buch. Sie zählt zu den wenigen Islam-Dissidentinnen, die nicht nur den Islamismus kritisieren, sondern unerschrocken auf die großen Probleme hinweisen, die der Islam mit den westlichen Bürger- und Freiheitsrechten hat. Dafür zahlte sie in der Vergangenheit bereits einen hohen Preis: Nachdem sie bedroht, zusammengeschlagen und angeschossen wurde, gab sie zeitweise ihre Tätigkeit als Anwältin auf. Mit ihrer neuesten Streitschrift berührt Seyran Ates einen äußerst wunden Punkt: die Sexualität. Ob Individuen ihre Sexualität selbstbestimmt leben können oder eben nicht, darin sieht sie die gravierendste Kluft zwischen dem Westen und der muslimischen Welt. Als Ates 1969 aus der Türkei nach Deutschland kam erlebte sie selbst einen großen Kulturschock. In ihrer Kindheit und Jugend begleitete sie als ständige Mahnung das Wort „ayip“: unanständig. Ein …

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

14.12.2009   23:07

Die Zukunft des Kapitalismus und der Freiheit

Aus meinem neuen Essay-Band “Freiheit in der Krise?”

Roland Tichy
Noch haben wir gar nicht begriffen, welche Wucht die Krise wirklich entfalten kann: Millionen junger Menschen haben den Duft des Wohlstands kennengelernt – was geschieht, wenn der feine Duft verweht? Sie werden sein Verschwinden nicht tatenlos hinnehmen. In den damals demografisch jungen Gesellschaften Europas hat die Weltwirtschaftskrise der Dreißigerjahre zu einer Radikalisierung beigetragen, die mit die Ursache des Zweiten Weltkriegs wurde. Der Aufstand der Jungen, die sich plötzlich um ihre Zukunft bedroht sehen, kann sich heute wiederholen. Zugegeben: In Deutschland ist davon wenig zu spüren. Rentner keifen, aber revoltieren nicht, jugendliche Stürmer und Drängler fehlen schon demografisch. Denn die überalterte Gesellschaft ist weniger unruhig, weniger explosiv. Vorerst federn wir die Krise mit dem Instrumentarium des Sozialstaats ab. Aber aus der Kurzarbeit kann schnell Arbeitslosigkeit werden; die Renten sollen weiter erhöht werden – aber die Generation der …

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

12.12.2009   14:40

Warum wir mehr Freiheit statt mehr Gerechtigkeit brauchen

Aus meinem neuen Essay-Band “Freiheit in der Krise?”

Vera Lengsfeld
In den gegenwärtigen turbulenten Entwicklungen auf dem Finanz-, und Arbeitsmarkt sieht sich die Politik unter besonderem Handlungsdruck. In allen westlichen Industriestaaten werden Staatsprogramme zur »Rettung« von Banken und Industriezweigen aufgelegt, deren Erfolg mehr als fraglich ist, die mit Sicherheit aber die ohnehin immens hohe Schuldenlast der Industriestaaten in weitere astronomische Höhen treiben. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung diesen »Rettungsschirmen « skeptisch bis ablehnend gegenübersteht, glaubt die Politik, nicht darauf verzichten zu können. Das frappierende an diesem Phänomen ist, dass die Rezepte, die jetzt zur Bewältigung der Krise zum Einsatz kommen, den gescheiterten sozialistischen Planwirtschaftsmodellen ähnlicher sind als den Wirkungsmechanismen der Marktwirtschaft, denen der Westen seinen beispiellosen Wohlstand verdankt. Nicht dem erfolgreichsten Wirtschaftsmodell der Geschichte wird vertraut, sondern das Heil in bereits gescheiterten Ideen gesucht. Das ist nur mit Unterstützung der Mehrheit der kulturellen und geistigen Elite …

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

11.12.2009   19:28

Gute Lebenswelt, böses System

Aus meinem neuen Essay-Band “Freiheit in der Krise?”

Gerhard Schulze:
Je mehr sich die Menschen dem Luxus zuwandten, desto geringer wurde die Not. Und das will einem nicht so richtig in den Kopf. Viel eingängiger ist die entgegengesetzte Botschaft der Bußprediger: Schluss mit der Gier, damit alle was vom Kuchen abkriegen. Das Gegenargument lautet: Ohne Gier entsteht erst gar kein Kuchen.
Vielleicht sollten wir deshalb, weniger moralisierend, besser »Begehren« oder »Habenwollen« sagen, auch aus Respekt vor der Freude der Menschen an Dingen, die ihnen gehören. In der Gierdiskussion liegt ein Element von asketischer Menschenverachtung, Neid und Lustfeindlichkeit. Um auf die Finanzkrise zurückzukommen: Natürlich wäre sie uns ohne die Begehrlichkeit der Menschen erspart geblieben, freilich nur deshalb, weil erst gar kein Finanzmarkt entstanden wäre. Wo es kein Geld gibt, ist man bestens gegen eine Finanzkrise gewappnet.
[…]
Eine zu große Schlichtheit …

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

10.12.2009   22:03

Kreative Dissidenz

Die liberale Idee gilt den Deutschen als kalt und kalkulatorisch. Ein Irrtum: individuelle Freiheit kann sich nur entfalten, wenn sie ihre irrationale Seite einbegreift. Und nur ihr Widerstand gegen die Trägheit der Masse führt aus der Krise…Hier weiterlesen: http://www.perlentaucher.de/artikel/5893.html

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

10.12.2009   16:29

Freiheit und Verantwortung

Aus meinem neuen Essay-Band “Freiheit in der Krise?”

Necla Kelek:
»Freiheit« habe ich als Kind nur als etwas Fremdes, den Männern vorbehaltenes kennengelernt. »Freiheit« heisst auf türkisch »Hürriyet«. Dieses Wort stammt von dem arabischen Begriff hurriya ab, das in seiner ursprünglichen Bedeutung, das Gegenteil von Sklaverei meint, und nicht das, was in der westlichen Tradition mit »libertas« verbunden wird, nämlich die Befreiung des Einzelnen von jedweder, auch religiöser Bevormundung. Hurriya bedeutet, ein Sklave wird »frei«, um Allah zu dienen. Für gläubige Muslime besteht in diesem Sinne Freiheit in der bewussten Entscheidung, »den Vorschriften des Islam zu gehorchen«.
Als ich meine in der türkisch-muslimischen Tradition verhaftete Mutter fragte, wann ich denn – ich war 16 oder 17 Jahre alt – frei sein würde, in dem Sinne, wann ich denn für mich entscheiden könne, sagte sie mir: »Die Freiheit ist nicht für uns gemacht.« Sie verstand …

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

04.05.2009   21:18

Kapitalismus und individuelle Freiheit

“Freedom is just another word for nothing left to lose, nothing don’t mean nothing honey if it ain’t free…”, intonierte Janis Joplin damals in ihrem berühmten Song Me and Bobby McGee – die gefeierte Absage an Eigentum und bürgerliche Besitzstände zugunsten des Reichs der Freiheit. Es war zugleich ein leidenschaftlicher Appell für die individuelle Freiheit, die man ergreifen könne, wenn man, befreit von materiellen Fesseln, nichts mehr zu verlieren hat. Und es ist der alte Traum, die Demokratie ohne den Kapitalismus haben zu wollen.
Aber gibt nicht das unabsehbare Desaster der globalen Finanzkrise, die die Realwirtschaft zunehmend mit sich reißt, den Kritikern des Marktes recht? Richtet sich der Kapitalismus gerade selbst zugrunde und begräbt beides, die wirtschaftliche und individuelle Freiheit? Sind die 1,5 Billionen $, die bis jetzt schon im Orkus verschwunden sind, nicht eindrücklicher Beleg dafür, daß dieses Wirtschaftssystem ausgedient hat?
Das antikapitalistische Ressentiment galt …

Kompletter Artikel: permanenter Link
 

Seite 1 von 3 Seiten  1 2 3 >