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  18.08.2015   10:12   Leserkommentare (4)

Links, wo das Herz schlägt - Inventur einer politischen Idee

Beinahe hätte ich das Buch von Rainer Hank nach den ersten paar Seiten wieder aus der Hand gelegt. Was soll diese Rechtfertigungsorgie, fragte ich mich anfangs. Das Leben verändert sich ständig, die Verhältnisse haben sich nach 1989 dramatisch revolutioniert - also ist es doch kein großes Ding, wenn sich die Sicht auf die Welt auch verändert. Rechtfertigen, wenn überhaupt, müssten sich doch die, die nichts dazulernen wollen. Aber dann stieß ich auf das interessante Zitat von Alberto Alesinaund war interessiert: „The left should love liberalism“. Sollte Hank wirklich den Beweis antreten, dass linke Ziele nur mit einem liberalen Instrumentarium, einem neoliberalen gar, erreicht werden können?

Im vergangenen Jahrhundert hat die Linke, dort wo sie an der Macht war, bewiesen, dass mit ihren Ideen kein Staat zu machen war, der...

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Kategorie(n): Kultur 

  13.08.2015   10:04   Leserkommentare (2)

Die letzte Fahrt

Bevor mir sein neues Buch zugeschickt wurde, kannte ich den Schweizer Autor Volker Mohr nicht. Zu Unrecht, wie ich nach der Lektüre feststellen musste.
Die Eingangsszene von „Die letzte Fahrt „ könnte alltäglicher nicht sein. Der Protagonist, Moor, als Alter Ego des Autors leicht zu erkennen, sitzt in einem ICE nach München. Es ist drückend heiß, die Klimaanlage funktioniert nicht. Moor kommt unwillkürlich der Gedanke, „dass der geistige Klimawandel, der sich im Schatten der globalen Erwärmung vollzog, wesentlich bedeutender und folgenreicher sein würde.“ Warum nur weist der Schaffner bei der Fahrkartenkontrolle auf einen Speisesaal und einen Schlafwagen am Ende des Zuges hin? Moor beschließt, diese Bemerkung als einen verfehlten Scherz abzutun.

Der Zug hält in Ulm. Moor hat nun zwei Mitreisende, einen Mann und eine...

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Kategorie(n): Kultur 

  11.08.2015   14:36   Leserkommentare (4)

Schutzsuchende in Schrottimmobilien

Berlin ächzt in diesem Sommer nicht nur unter der Rekordhitze, sondern unter einem Problem, das nach dem Willen von Politikern und militanten Gutmenschen nicht mehr benannt werden darf. Tausende Flüchtlinge strömen in die Stadt, die nicht mehr weiß, wohin sie diesen Strom, der keiner sein darf, weil dieses Wort bereits unter Kuratel gefallen ist, hinlenken soll. Mit mindestens 30 000 Neuankömmlingen wird in diesem Jahr gerechnet. Man beachte das „mindestens“. Schon jetzt werden die Menschen in Traglufthallen untergebracht, die aber bald nicht mehr ausreichen.

Zurzeit hausen 15 300 Flüchtlinge in 60 Gemeinschaftsunterkünften, 1550 in Hostels und rund 9000 in Wohnungen. Drei von sechs geplanten Wohncontainer-Siedlungen wurden inzwischen eröffnet. Weitere drei Containerdörfer sollen bis September folgen. Das reicht aber nicht...

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Kategorie(n): Inland 

  05.08.2015   15:03   Leserkommentare (15)

Der rechte Popanz

Im Sommer 2015 gerät die Politik immer mehr in die Rolle des Zauberlehrlings, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird. Am deutlichsten wird das in der Flüchtlingskrise, die mit jedem Tag Fahrt aufnimmt und das Zeug hat, zu einem ernsten Konflikt zu werden. Jahrelange Versäumnisse rächen sich jetzt. Die Städte und Gemeinden wissen kaum noch, wo sie die Neuankömmlinge, deren wahre Zahl der Öffentlichkeit verschwiegen wird, unterbringen sollen. Zwar gibt es so viele Bürgerinitiativen, die Flüchtlingen helfen wollen, wie noch nie, aber immer mehr Helfer wenden sich befremdet ab, weil etwa Frauen ohne Kopftuch nicht in die Unterkünfte gelassen werden oder weil sie von der Anspruchshaltung einiger Asylsuchender irritiert sind. Wie glaubwürdig sind Flüchtlinge, die Polizeieinsätze verursachen, weil ihnen die zugewiesene...

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Kategorie(n): Inland 

  28.07.2015   12:23   Leserkommentare (7)

Kein Sozialismus ohne Freiheit?

Robert Havemann, Physiker, von den Nazis zum Tode verurteilter Kommunist, bekanntester Regimekritiker der DDR, gab mit seinem „Berliner Appell“ den entscheidenden Anstoß zur Entstehung der „Unabhängigen Friedens- Umwelt und Menschenrechtsbewegung“ der DDR der achtziger Jahre. Er blieb auch nach seinem Tod seinem Tod im April 1982 für viele Oppositionelle die Orientierungsfigur. Seine Bücher erschienen nur im Westen in hohen Auflagen und fanden über die Grenze ihren Weg in die DDR. Wer einen Havemann im Regal hatte, schätzte sich glücklich. Das große Teile der Bürgerrechtsbewegung gedanklich dem Sozialismus verhaftet blieben, war zum erheblichen Teil Havemanns Einfluss zu verdanken. Da lohnt es sich, mal nachzuschlagen, welchen Sozialismus Havemann wollte. Ich tat es. Anlässlich einer Generalrevision meiner...

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Kategorie(n): Inland 

  19.07.2015   16:28   Leserkommentare (5)

Gregor Gysi und das Versagen der Justiz

Seit der Stasiaktenöffnung am 2. Januar 1992, als ehemalige Mandanten von Rechtsanwalt Gregor Gysi, damals Parteichef der in PDS umbenannten SED und ihre wirksamste Galionsfigur, Berichte von IM Sputnik, Gregor oder Notar in ihren Akten fanden, die 1998 der zuständige Bundestagsauschuss dem Abgeordneten Gysi zuordnete, beschäftigt der Fall Gysi die Medien.

Anfangs waren das Interesse groß und die Recherchen vielfältig. Immer neue Beweise und Zusammenhänge tauchten auf.  Gysi wies nicht nur von Beginn an alle Schuld von sich, er setzte auch alle rechtsstaatlichen Mittel der von ihm zu DDR- Zeiten so verachteten „Klassenjustiz“ ein. Mit wachsendem Erfolg, besonders seit er über seine Klagen hauptsächlich von Richter Buske vom Hamburger Landesgericht befinden lässt. Unter dem Hagel von einstweiligen Verfügungen und...

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Kategorie(n): Inland 

  16.07.2015   13:57   Leserkommentare (3)

Ein Überlebender analysiert die stalinistischen Säuberungen

Stalins politische Exzesse, wie das verordnete Verhungern von mehr als zehn Millionen ukrainischer Bauern und die darauf folgende Große „Säuberung“, bei der nicht nur die alte Revolutionsgarde und fast alle Bürgerkriegshelden, sondern auch willkürlich verhaftete Angehörige von ausgewählten Berufsgruppen und Minoritäten ihr Leben verloren oder für Jahrzehnte im Gulag verschwanden, sind so wenig im öffentlichen Bewusstsein, dass es immer wieder erstaunt, wie früh schon genaue Analysen dieses Terrors veröffentlicht wurden.

Ein Beispiel ist das von Alexander Weißberg- Cibulski mehrfach aufgelegte Buch: „Im Verhör- Ein Überlebender der stalinistischen Säuberungen berichtet“. Zuletzt erschien es im Europa- Verlag Wien 1993. Alexander Weißberg war ein österreichischer Jude, der schon früh in die Kommunistische Partei...

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Kategorie(n): Wissen 

  15.07.2015   16:26   Leserkommentare (5)

Der Bausatz des Dritten Reiches

Allgemein gilt, die Nazidiktatur wäre ein „Zivilisationsbruch“ gewesen. Die Frage, wie ein vollkommener Bruch mit allem Dagewesenen innerhalb von nur zwölf Jahren so unmenschliche Erfolge feiern konnte, bleibt dabei unbeantwortet.

Es gibt bisher keine politische Umwälzung auf der Welt, die keine kulturrevolutionäre Vorbereitungsphase hatte. Joachim Fest hat in seiner Hitlerbiografie bereits darauf hingewiesen: „ Hitler war weniger der große Widerspruch der Zeit als ihr Spiegelbild. In die Person Hitlers ging nichts ein, was nicht schon vorhanden war.“

Wolfgang Prabel hat in seinem Buch „Der Bausatz des Dritten Reiches“ genau untersucht, aus welchen Quellen Hitler sich bedient hat. Das Ergebnis ist geradezu unheimlich, denn es stellt die bisherigen Geschichtslegenden auf den Kopf, oder, besser gesagt, vom Kopf auf die...

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Kategorie(n): Kultur