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11.05.2013   14:31

Von der Schillergruft zum Schillerpreis

Jürgen K. Hultenreich ist einer der bemerkenswertesten Schriftsteller der ehemaligen DDR, leider bislang nicht mehr als ein Geheimtipp.
Dabei ist der 1948 in Erfurt geborene Autor ein wahres Multitalent: in der DDR war er Musiker und Lyriker. Nach seiner Ausweisung in den Westen 1985 veröffentlichte er in schneller Folge Gedichtbände, Romane, Erzählungen. Im Jahr 1990 erhielt er den Marburger Literaturpreis, dann wurde es still um den Autor. Seine Veröffentlichungen wurden hauptsächlich von Kennern goutiert.Vor ein paar Jahren entdeckte Hultenreich seine Neigung zur Malerei wieder und hat seitdem als „Tuschör“ eine erstaunliche Palette von Tuschezeichnungen geschaffen, die bald Beachtung fanden und schon in mehreren Ausstellungen zu sehen waren.

Dankenswerterweise hat die Deutsche Schillerstiftung Hultenreichs Roman „Die

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04.05.2013   09:34

Ein Grabstein für Charly

Heute, an diesem entgegen aller Voraussagen sonnigen 4. Mai, wäre der am längsten inhaftierte politische Gefangene der DDR, Charly Rau, 61 Jahre alt geworden.

Er wurde mit sechzehn Jahren das erste mal verhaftet, als er am 7. Oktober 1969, am Tag des 20. Repubilkgeburtstags der DDR wie hunderte andere Jugendliche ein Konzert miterleben wollte, das die „Rolling Stones“ auf dem Dach des Axel-Springer-Hochhauses, damals direkt an der Mauer gelegen, miterleben wollte. Ein RIAS-Moderator der beliebten Jugendsendung „Treffpunkt“ hatte beim Auflegen eines Stones- Titels gescherzt, dass es doch toll wäre, wenn die Stones am Jahrestag der DDR auf dem Springer-Hochhaus ein Konzert geben würden.

Obwohl auf Veranlassung des leitenden Redakteurs noch während der Sendung mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass es sich um einen Scherz

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01.05.2013   17:38

Adonisröschen und Schukow-Bunker: eine Oderbruchwanderung

Heutzutage gibt es kaum eine stillere, friedlichere und doch von der Geschichte gezeichnetere Landschaft in Deutschland als das Oderbruch.Geschaffen wurde es in seiner heutigen Gestalt durch die Begradigung der Oder auf Befehl von Friedrich II und die darauf folgende Trockenlegung. Das entstandene Kulturland wurde systematisch besiedelt in neu angelegten Straßendörfern. Die Neusiedler wurden durch Vergünstigungen gelockt, einen der besten, aber schwieristen Ackerböden zu bearbeiten. Wer das wagte, gewann bald beachtlichen Wohlstand.

Das Dörfchen Reitwein gilt als die anerkannte „Perle des Oderbruchs“. Keine acht Kilometer von der ehemaligen Festungsstadt Küstrin entfernt, ist seine Lage durch die „Reitweiner Nase“ geprägt, ein Bergsporn, der die tischebene Landschaft überragt. So klein das Dörfchen ist, in der

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29.04.2013   11:49

Der “Tatort” als geistiger Brandstifter

Wenn man den Medienhype um den zweiten Hamburger Tatort „Feuerteufel“ verfolgt, wo viel über die Beziehung Till Schweiger- Wotan Wilke Möhring die Rede ist, bis hin zum gemeinsamen Toilettengang auf dem Bildschirm, fragt man sich unwillkürlich, ob unsere Meinungsmacher noch ganz dicht sind. Statt Analysen oberflächliches Geplapper im Boulevard- Stil. So weit, so öde, wenn mit diesem Film nicht eine Botschaft verbreitet worden wäre, die nichts Gutes für die Zukunft unserer Rechtsstaatlichkeit ahnen lässt.

Abgesehen davon, dass die Grundidee des Drehbuchs von einer Stubbe- Folge, die zudem auch noch in Hamburg spielt, recycelt, oder sollte man besser sagen, geklaut, wurde, bekommt der Zuschauer ein links- grün- alternatives Weltbild serviert, dass einem kalte Schauer über den Rücken jagt.
Das geht mit dem Brandstifter los,

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13.04.2013   11:24

Terrorismus als Lebensentwurf

Brandenburg ist die unentdeckte Perle unter den deutschen Bundesländern. Besonders seine alten Gutshäuser, die Kriege und die DDR überlebt haben, verführen zum Träumen. Wer Sehnsucht nach Brandenburg bekommen möchte, muß sich den Film „Das Wochenende“ unbedingt anschauen. Die Kamera liebt dieses Land und hat wunderschöne Bilder eingefangen.

Das ist aber schon das Beste, was man vom Film sagen kann. Denn als Kammerspiel über Lebensentwürfe und ihr Scheitern ist das Werk trotz großartiger schauspielerischer Leistungen total missglückt.

Die Zentralfigur Inga, gespielt von einer brünetten Katja Riemann, die ahnen lässt, welches Potential in dieser Mimin noch brach liegt, wird durch einen Anruf ihrer Freundin aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Der Vater ihres Sohnes Gregor, ein ehemaliger RAF-Kader, wird überraschend

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25.03.2013   13:16

Vorsicht: Einlagensicherung schützt nicht vor Zwangsabgabe

Manchmal wird in Talkshows tatsächlich Klartext gesprochen. Bei Phoenix erläutern die Finanzexperten von CDU und SPD Norbert Barthle und Carsten Schneider, was auf alle europäischen Sparer, auch die Deutschen, zukommen kann: eine Zwangsabgabe auf Spareinlagen.

Norbert Barthle weist in aller Offenheit darauf hin, dass eine Einlagensicherung nur bei Insolvenz einer Bank in Kraft tritt. Wenn ein Staat eine „einmalige Zwangsabgabe“ auf Sparkonten beschließt, greift die Einlagensicherung nicht. Und „selbstverständlich“ sei eine einmalige Abgabe auf Vermögen und Sparguthaben möglich, wenn es eine „Notsituation“ erfordere.

Ergänzend teilt Herr Schneider mit, dass die Aussage der Kanzlerin, die Konten der deutschen Sparer seien „sicher“, nie mit einem Gesetz unterlegt wurde.
Wer das genau wissen will, kann sich hier ab

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21.03.2013   13:36

Der geplatzte Versuchsballon: Zypern

Hinterher wollte es niemand gewesen sein, als klar wurde, dass der Coup der Euroretter, die zypriotischen Kleinsparer zwangszuenteignen ein veritables Eigentor wurde.

Aber glaubt man dem Spiegel, kam der Vorschlag, die Sparer an der Rettung der Banken zu beteiligen, aus dem Hause Schäuble. Das passt ins Bild eines Mannes, der die Katze bereits aus dem Sack gelassen hat, indem er die Öffentlichkeit wisse ließ, dass „Wir…die politische Union nur erreichen“ können, „wenn wir eine Krise haben“. (NYT)

Die Bankenrettung der Eurokrise ist für Schäuble also die Chance, die Europäer mit einer Zwangsunion zu beglücken, der sie nie und nimmer zustimmen würden. Schäuble, der in seinem ganzen Leben nie etwas anderes gemacht hat, als Politik, hat offensichtlich einen Grad der Arroganz der Macht erreicht, der ihn für die Realität

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20.03.2013   15:04

Wer ist rechtsextremer? Attac, Linke oder AfD?

Im Jahre 1977 machte schon einmal eine „Alternative“ in Deutschland Furore. So hieß das Buch des kreuzbraven Kommunisten Bahro, der sogar des stalinschen Terror für unvermeidlich gehalten hat, aber meinte, den Sozialismus auf den „richtigen“ Weg führen zu müssen.

Die Partei-, und Staatsführung der realsozialistischen DDR, die sich durch Bahros Ansicht, es handele sich im Arbeiter-, und Bauernstaat lediglich um „Protosozialismus“, verunglimpft sah, hetzte ihre Propagandamaschine und die Stasi auf den Dissidenten. Bahro verschwand hinter Gittern , ihm wurde der Prozess gemacht und in den Zeitungen war zu lesen, es handele sich bei ihm um einen Agenten des Imperialismus, ja um einen von gegnerischen Geheimdiensten gesteuerten Provokateur. Das war aus Sicht der DDR-Machthaber das schlimmste Stigma, das man einem

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