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  01.10.2014   10:29   Leserkommentare (im Wartemodus)

Egon Krenz las und wir mussten draussen bleiben

Wieder einmal gab es in der Ladengalerie der linksextremen Jungen Welt eine Buchvorstellung. Der Kurzzeitstaats-, und Parteichef der DDR verbreitete seine Sicht auf den Herbst 1989.  Ein spannendes Thema, bei dem wir gern zugehört und auch mitdiskutiert hätten. Aber dazu sollte es nicht kommen. Karten bestellen über das Internet war unmöglich. Die Veranstaltung sei ausverkauft, hieß es schon Wochen zuvor. Am Abend selbst gab es dann doch noch den einen oder anderen freien Stuhl und jede Menge Platz, um mehr Stühle hinzustellen. Eine Journalistin von der Märkischen Oderzeitung machte die Probe aufs Exempel: Sie kam als Spontanbesucherin und wurde nach erfolgter Gesichtskontrolle reingelassen. Die Sperre galt also nur für uns.

Also positionierten wir uns vor der Ladengalerie mit unseren Plakaten. Das erregte Aufsehen. Autofahrer...

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Kategorie(n): Inland 

  30.09.2014   11:11   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Siebenundzwanzigster September

Die Leipziger SED-Bezirksleitung beschließt einen Maßnahmekatalog zur Unterdrückung der Opposition. Eine weitere Montagsdemonstration soll nach dem Willen der Genossen nicht stattfinden. Währenddessen gibt es immer größeren Zuspruch für die neu gegründeten Bürgerrechtsgruppen. Die Bezirksvorstände der Verbände der Bildenden Künstler in Dresden und Rostock solidarisieren sich mit dem Neuen Forum und fordern seine Legalisierung.

In Ungarn verabschiedet das Parlament eine Erklärung, in der die Teilnahme ungarischer Truppen an der militärischen Intervention gegen den Prager Frühling 1968 verurteilt wird. Außerdem wird ein neues Auswanderungsgesetz beschlossen und alle Straftatbestände wegen illegalen Verlassens des Landes werden aufgehoben. Es gibt ab sofort uneingeschränkt Pässe für...

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Kategorie(n): Inland 

  28.09.2014   22:31   Leserkommentare (6)

Selbsttäuschung und Irreführung der Öffentlichkeit: SPD und Grüne als willige Helfer der SED-Linken

Fünfundzwanzig Jahre nach der Friedlichen Revolution, die das Ende der SED- Herrschaft besiegelte, schickt sich die viermal umbenannte SED an, in Thüringen den Regierungschef zu stellen. Das kann sie nicht aus eigener Kraft, denn bei der Wahl hat sie 23 000 Stimmen verloren, sondern nur, weil SPD und Grüne bereit sind, Steigbügelhalter zu spielen.Die beteiligten Politiker wissen, dass es sich um einen Ritt auf der Rasierklinge handelt. Die beabsichtigte Koalition hat gerade eine Stimme Mehrheit und sowohl SPD als auch Grüne sind in Thüringen aus der Opposition gegen das SED- Regime hervorgegangen.Es gilt also, die Basis, die ihre Wurzeln noch nicht vergessen hat, zu beruhigen und der Öffentlichkeit weis zu machen, es handle sich bei der Linken um eine neue Partei, die mit ihrer Vergangenheit als SED nichts mehr gemein hat.Zu...

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Kategorie(n): Inland 

  26.09.2014   17:20   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Vierundzwanzigster September

In Leipzig findet ein Treffen von Vertretern aller bis jetzt gegründeten Oppositionsgruppierungen statt. Es soll der Versuch gemacht werden, die Zersplitterung zu überwinden. Viele Bürgerrechtler folgten der Einladung der Initiative zur demokratischen Erneuerung, darunter auch Bärbel Bohley, die bereits zur Symbolfigur der Bürgerrechtsbewegung avanciert war. Leider kam es zu keiner Einigung. Die inhaltlichen und strategischen Vorstellungen waren unüberbrückbar. Es scheiterten auch die Bemühungen, wenigstens Teile der neuen Gruppierungen zu verschmelzen. Deshalb war es am Ende so leicht, die Bürgerrechtsbewegung beiseite zu schieben.

Die Flüchtlingsproblematik wird indes immer drängender. Überraschend erscheint ein Abgesandter von Staatschef Honecker im Bonner Kanzleramt, um über eine Lösung...

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Kategorie(n): Inland 

  23.09.2014   18:14   Leserkommentare (1)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Zwanzigster September

Während die DDR-Regierung ungeachtet des Aufruhrs im Inneren „Ehrenbanner“ an die „besten Kollektive im Wettbewerb zum 40. Jahrestag der DDR“ verteilt, entstehen täglich neue Initiativen, um die starre Gesellschaft aufzuweichen. Nachdem vor zwei Tagen bereits Magdeburg nach dem Leipziger Vorbild ein „Friedensgebet“ eingeführt hat, folgt nun Nordhausen. Damit hat die oppositionelle Bewegung endgültig auch die Provinz erfasst. In Weimar veröffentlichen 66 Bürger eine Entschließung, in der die Opposition zum einheitlichen Handeln aufgefordert wird. Dieser Appell verhallt leider ungehört.

In Moskau wird auf einem Plenum des ZK der KPdSU eine Plattform für eine neue Nationalitätenpolitik beraten, die helfen soll, die aufbrechenden nationalen Konflikte zu lösen

Einundzwanzigster September

Das...

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Kategorie(n): Inland 

  19.09.2014   15:28   Leserkommentare (3)

Provinzposse in der Thüringen - CDU: Machtgier statt Verantwortung

So sehen Sieger aus? Mit zwei hochgereckten Daumen und triumphalem Lächeln präsentiert sich Noch-  Ministerpräsidentin Lieberknecht, umringt von fernsehaffinen Mitgliedern der Jungen Union den Kameras am Wahlabend. Sie verkündet den Sieg , bevor die Stimmen endgültig ausgezählt sind. Die CDU wäre die Partei mit dem größten Stimmenzuwachs im Landtag. Da muss sie schon gewusst haben, dass ihre Partei zwar an Prozenten gewonnen, an absoluten Stimmen aber verloren hat, wie übrigens die Linke auch. Mehr noch, als die Auszählung beendet war, hatte die eine mögliche rot-rot-grüne Koalition eine Stimme mehr.

Dieser Auftritt war der erste schwere Fehler der CDU nach der Wahl, denn die Wirkung der selbstverliebten Show auf die zukünftigen Verhandlungspartner für eine Regierungskoalition hätte nicht verheerender sein können....

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Kategorie(n): Inland 

  18.09.2014   13:59   Leserkommentare (im Wartemodus)

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Achtzehnter September

Noch ein Novum im immer turbulenter werdenden DDR-Alltag: Auf ihrer Verbandstagung verabschieden die Unterhaltungskünstler, wie Rockmusiker und Liedermacher in der DDR genannt werden, eine Resolution. Im Text werden Reformen verlangt und unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das Neue Forum, das nach den Gesetzen der DDR immer noch eine illegale Zusammenrottung ist, verlangten die Künstler die Tolerierung basisdemokratischer Gruppen. Es heißt: Das „Land braucht die millionenfache Aktivierung von Individualität; die alten Strukturen sind offenbar nicht mehr in der Lage dazu.“ Die beteiligten Künstler tragen diese Resolution in den folgenden Tagen und Wochen zu Beginn ihrer Konzerte vor und erreichten damit ein Millionenpublikum. Das Neue Deutschland übt sich weiterhin in Realsatire: „Hohe Leistungen an...

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Kategorie(n): Inland 

  16.09.2014   12:27   Leserkommentare (1)

Der 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution - ohne Revolutionäre

In diesem Mega- Gedenkjahr kommt ein Ereignis bisher kaum vor: die Friedliche Revolution 1989. Dabei war sie vor 25 Jahren schon in vollem Gange. Nur der Westen hatte es noch nicht richtig mitgekriegt. Nun nähert sich der Tag des Mauerfalls und die Gedenkrede hält keiner der damals Beteiligten, sondern ausgerechnet Martin Schulz. Das findet Malte Lehming vom “Tagesspiegel”  mit Recht seltsam.

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